Katastrophe im Libanon

Die Caritas leistet Soforthilfe nach der Explosion in Beirut

Die Explosion im Hafen von Beirut lässt Hunderttausende Menschen obdachlos zurück und zerstört Existenzen. Sie trifft ein Land, das mitten in der Corona-Pandemie wirtschaftlich und sozial bereits am Abgrund steht. Die Caritas steht den Betroffenen zur Seite.

 

Am 4. August kurz vor 18 Uhr Ortszeit erschütterte eine schwere Explosion den Hafen von Beirut. Über 175 Menschen verloren ihr Leben, mehrere Tausend wurden verletzt.

Die Explosion hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Kaum ein Stein blieb auf dem andern: Die Druckwelle zerstörte die Gebäude im Umkreis von einem Kilometer oder beschädigte sie schwer. Sie war auch im Büro von Caritas Schweiz im Stadtteil Hamra, etwa drei Kilometer vom Hafen entfernt, noch deutlich spürbar. Über mehrere Quadratkilometer sind Fenster zu Bruch gegangen und Türen aus den Rahmen gerissen worden. 300'000 Menschen verloren ihr Obdach, unzählige Existenzen stehen auf dem Spiel. 

Soforthilfe und ein Obdach für Familien in Not

Caritas Schweiz, seit 2012 im Rahmen der Hilfe für die Opfer der Syrienkrise im Libanon tätig, arbeitet mit ihrer langjährigen Partnerorganisation Caritas Libanon zusammen, um die Menschen in ihrer verzweifelten Situation zu unterstützen. Sie bot medizinische Hilfe für Verletzte, die in den überfüllten Spitälern keine Aufnahme fanden, und gab Medikamente ab. In den Strassen verteilte die Caritas mit Unterstützung von zahlreichen Freiwilligen warme Mahlzeiten, Familien erhielten Essenspakete. Caritas-Teams machten Hausbesuche, halfen bei den Räumungsarbeiten und leisteten psychologische Unterstützung. Bis Ende August hat diese Nothilfe 50'000 Personen erreicht.

 

Hunderttausende Menschen stehen nun vor dem Nichts – und jetzt kommt der Winter. Caritas Schweiz bleibt an der Seite der Betroffenen. Besonders verletztliche Familien erhalten Bargeldbeträge, um ihre täglichen Ausgaben zu bestreiten und Schäden an ihren Wohnungen und Häusern selbst zu reparieren. So können sie in ihren Unterkünften wohnen bleiben und sind gleichzeitig vor Wind und Wetter geschützt sind. Schliesslich leisten wir auch weiterhin psychologische und psychosoziale Betreuung. Mit Unterstützung der DEZA wird sich Caritas Schweiz zudem dafür engagieren, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu verbessern.

Mit Ihrer Spende machen Sie unsere Unterstützung für noch mehr Betroffene möglich.

 

Zara*, verlor ihr Zuhause 

Zara hatte riesiges Glück, dass sie zur Zeit der Explosion nicht zu Hause war. Ihre Familie hat ihr ganzes Hab und Gut verloren. Eigentlich ist ihr Haus unbewohnbar, doch im Moment bleibt der Familie nichts anderes übrig: Sie leben weiter zwischen den Trümmern ihres Hauses. Das Gebäude ist jedoch einsturzgefährdet und sie brauchen schnell eine neue Bleibe. Sie sind froh um die Unterstützung der Caritas. «Ganz herzlichen Dank für die Solidarität», sagt Zara.

 

Lauren, freiwillige Helferin bei Caritas Libanon

«Wir arbeiten rund um die Uhr», erzählt Lauren. «Manchmal bin ich Tag und Nacht beim Essenszelt, um Lebensmittel zu verteilen.» Lauren, die dafür einen beträchtlichen Anreiseweg auf sich nimmt, begleitet dabei ständig die Sorge um die Ansteckung mit Covid-19. «Aber die Leute haben nichts mehr – sie brauchen jetzt unsere Hilfe: Lebensmittel, Medikamente, ein Dach über dem Kopf.»

 

Krise über Krise für die Menschen im Libanon

Hilfe ist umso dringender nötig, als dass die Kräfte und Ressourcen vor allem der ärmsten Menschen im Libanon längst aufgebraucht sind. Das strukturschwache Land, das seit Beginn des Syrienkriegs mehr als 1,5 Millionen geflüchtete Syrerinnen und Syrer aufgenommen hat, steht kurz vor dem Bankrott. Wirtschaft und Infrastruktur sind heillos überlastet. Immer mehr Menschen verlieren ihren Job und gleiten in die Armut ab. Interne Spannungen zwischen Flüchtlingen und Gastgesellschaft nehmen zu. Von der internationalen Gebergemeinschaft wird der Libanon zunehmend vergessen.

Auch das Gesundheitssystem ächzt unter der Wirtschaftskrise. Unzählige Menschen haben keinen oder ungenügenden Zugang zu nötiger medizinischer Versorgung. Die Corona-Krise, die den Libanon hart traf, verschärfte die Lage weiter. Am Abend der Explosion befand sich Beirut bereits zum zweiten Mal im Lockdown. «Die meisten grossen Spitäler in Beirut hat die Explosion auch getroffen. Sie waren sowieso schon überlastet wegen Corona und anderen Fällen. Die Not ist riesig», sagt Sarah Omrane, unsere Programmverantwortliche im Libanon. Die Menschen im Libanon brauchen unsere Unterstützung jetzt mehr denn je.

 

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07.08.2020 - Die Hilfe der Caritas in der SRF-Tagesschau

 

*Name der Begünstigten zu ihrem Schutz geändert

 
 
 
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