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Syrienkrise

Das Leiden in Aleppo ist noch nicht zu Ende

 In Aleppo überschlugen sich in den vergangenen Tagen die Ereignisse. Nach der Eroberung des östlichen Stadtteils durch die Regierungstruppen spitzt sich der humanitäre Notstand weiter zu. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Suppenküchenprojekts von Caritas Schweiz tun, was sie können.

 

«Die Kämpfe in Aleppo sind beendet». Das verkündete der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin am 13. Dezember. Seit Ende November waren regierungstreue Truppen in Aleppo auf dem Vormarsch und konnten Schritt für Schritt den von den Rebellen gehaltenen Ostteil der Stadt zurückgewinnen.

Die Rückeroberung bedeutete für die Bevölkerung einen neuen Höhepunkt des Leides. Die Gewalt, der Dauerbeschuss und die katastrophale humanitäre Lage haben innert weniger Tage über 30'000 Zivilistinnen und Zivilisten aus Ost-Aleppo zu intern Vertriebenen gemacht. Im Westen der Stadt kamen täglich neue Geflüchtete an. Die Evakuation weiterer Bewohnerinnen und Bewohnern hat begonnen, wurde aber immer wieder durch Kampfhandlungen und Blockaden unterbrochen.

Nach wie vor sind zehntausende Menschen in Teilen von Ost-Aleppo eingeschlossen. Die Forderung der UNO nach einem Zugang zu diesen Quartieren ist aus Sicht der humanitären Hilfe von höchster Dringlichkeit. Am Montag hat der Sicherheitsrat der UNO eine Resolution für die Entsendung von Beobachtern verabschiedet: Diese sollen die Evakuierungsaktionen aus dem bislang von Rebellen gehaltenen Ostteil der Stadt überwachen und über die Lage der noch verbliebenen Bewohner berichten. Eine Koalition aus 54 syrischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, darunter auch die Caritas Schweiz, hat im Vorfeld in aller Dringlichkeit an den Sicherheitsrat appelliert, diese Massnahmen zu ergreifen und den Schutz der Zivilbevölkerung zu garantieren. «Dies ist das Allermindeste, was die internationale Gemeinschaft im Moment tun kann», heisst es in dem Appell.

 

Belastungsprobe für die Helferinnen und Helfer;

Über ihre lokale Partnerorganisation verteilt Caritas Schweiz im Westen Aleppos in ihren Suppenküchen täglich warme Mahlzeiten an die lokale Bevölkerung und intern Vertriebene. Die Helferinnen und Helfer konnten die Zahl der ausgegebenen Mahlzeiten in den letzten Wochen von 6300 auf 7600 pro Tag erhöhen. Für die Partnerorganisation waren die vergangenen Tage eine organisatorische, psychische und körperliche Belastungsprobe. Zwischen in unmittelbarer Nähe einschlagenden Geschossen und ständig neuen Schreckensmeldungen von Toten und Verletzten leisten unsere Partner so viel Hilfe wie möglich. Vergangene Woche mussten die Aktivitäten für einen Tag unterbrochen werden. Zu gross waren die Risiken.

Die Anzahl der geflüchteten Neuankömmlinge aus Ost-Aleppo stellt die Hilfsleistungen vor Ort vor zusätzliche Herausforderungen. Ankommende Menschen müssen registriert und versorgt werden. Unser Partner hat zudem in den vergangenen Tagen Notrationen von Sandwiches und Früchten verteilt um die grösste Not zu lindern. Die Bedürfnisse werden immer wieder überprüft und neu evaluiert. Das Suppenküchenprojekt wird auch im neuen Jahr weitergeführt. Für die Menschen von Aleppo ist mit der Rückeroberung das Leiden noch nicht zu Ende.

 
 

Caritas-Katastophenhilfe in Syrien

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