Sondersession soll Hilfspaket für Armutsbetroffene schnüren

Corona-Krise: Caritas schlägt Direktzahlungen von 1000 Franken vor

Das Unterstützungspaket des Bunderates angesichts der Corona-Krise weist gravierende Lücken auf. Es erreicht Menschen mit den tiefsten Einkommen und Armutsbetroffene in der Schweiz nur ungenügend. Caritas Schweiz fordert den Bundesrat und das Parlament hinsichtlich der Sondersession dazu auf, den Notlagen in dieser Zielgruppe Rechnung zu tragen und ein Unterstützungsprogramm für Armutsbetroffene zu beschliessen. Kernpunkt eines solchen Pakets sollen einmalige Direktzahlungen für Menschen mit Kleineinkommen und Marginalisierte sein.

 

«Wer die schlimmsten Auswirkungen der Corona-Krise erkennen will, muss zuallererst auf die Armutsbetroffenen und den unteren Mittelstand schauen», schreibt Caritas Schweiz in ihrem heute publizierten Aufruf an das Parlament und den Bundesrat. Armutsbetroffenen und Menschen, die nur ganz knapp über der Armutsgrenze leben, fehlten die finanziellen Ressourcen und die Widerstandskraft zur Krisenbewältigung. Die Corona-Krise bedeute für diese Menschen eine dramatische Verschlechterung ihrer Lebenssituation und verstärke ihre Marginalisierung. «Wer vorher noch knapp auf eigenen Beinen stand, droht nun auch in die Armut abzurutschen.»

Im Massnahmenpaket des Bundesrates klafft genau für diese Gruppe eine grosse Lücke mit dramatischen Folgen für die Betroffenen: Einmal mehr gehen jene Menschen in unserem Land leer aus, die wenig haben und jeden Franken dreimal umdrehen müssen. Caritas Schweiz fordern Bundesrat und Parlament dazu auf, ein Unterstützungsprogramm für Menschen und Haushalte mit kleinen Einkommen auszuarbeiten. Eine Million Menschen in der Schweiz sind armutsbetroffen oder armutsgefährdet. Für sie schlägt Caritas eine einmalige Direktzahlung in der Höhe von 1000 Franken vor. Solche Direktzahlungen sollen jene Haushalte und Einzelpersonen erhalten, deren Einkommen unter dem Niveau liegt, das zu Ergänzungsleistungen berechtigt. Die Kosten für diese Massnahmen betragen eine Milliarde Franken. «Im Vergleich zu dem bereits beschlossenen Paket von über 60 Milliarden Franken ist dies eine bescheidene Investition in die soziale Stabilität der Schweiz», schreibt die Caritas in ihrem Aufruf. Jeder Unterstützungsfranken an Menschen in Notlagen sei zugleich eine Einnahme in der Kasse der Selbständig­erwerbenden und der Wirtschaft. Weitere Massnahmen des von Caritas geforderten Unterstützungs­programms sind kostenlose Krippenplätze, eine Erhöhung der Verbilligung von Krankenkassenprämien durch Bund und Kantone um 50 Prozent sowie Kurzarbeits­entschädigungen, die bei tiefen Einkommen keine Kürzung vorsehen, sondern 100 Prozent des Lohnes betragen.

Den Aufruf unterzeichnen

 
  • Direktzahlungen für die Schwächsten
    Dateiformat: pdf / 174 KB
    Aufruf der Caritas zur gezielten Unterstützung von Armutsbetroffenen und des Mittelstands in der Coronakrise. (April 2020) Download
 

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