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Ständerat sagt Ja zum Ausbau der Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung

Armutsrisiken von Kindern werden vermindert

Der Ständerat hat heute dem Ausbau der Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung zugestimmt. Dies ist ein wichtiger Beitrag dazu, das Armutsrisiko von Kindern zu vermindern. In der Schweiz sind rund eine Viertel Million Kinder armutsbetroffen oder armutsgefährdet.

 

Die zusätzlichen Finanzhilfen sind für die Erhöhung von kantonalen und kommunalen Subventionen für die familienergänzende Kinderbetreuung vorgesehen sowie für Projekte, die zur besseren Abstimmung des familienergänzenden Betreuungsangebotes auf die Bedürfnisse der Eltern beitragen. Für diese Zwecke will der Bund in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Franken zur Verfügung stellen.

Der Ausbau der Finanzhilfen trägt zur Bereitstellung eines bedürfnisgerechten Angebots bei. Die Anstossfinanzierung des Bundes hat zwar zu einem erfreulichen Wachstum im Angebot der familienergänzenden Kinderbetreuung geführt. Gerade Eltern mit Jobs im Niedriglohnbereich arbeiten jedoch häufig auf Abruf, haben unregelmässige Arbeitszeiten und arbeiten abends oder an Wochenenden. Sie können herkömmliche Angebote kaum nutzen, was es ihnen erschwert oder verunmöglicht, ein existenzsicherndes Einkommen zu erwirtschaften. Der Aufbau eines bedürfnisorientierten Angebots ist eine zentrale Voraussetzung, damit diese Familien nicht in Armut fallen.

Einkommensschwache Eltern können sich familienexterne Betreuung häufig nicht leisten. Diese kostet in der Schweiz überdurchschnittlich viel. Verglichen mit den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Österreich zahlen Eltern in der Schweiz zwei bis dreimal mehr für einen Betreuungsplatz. Die Erhöhung der Subventionen verbessert die Situation.

Familienexterne Betreuung bietet nicht nur Betreuung, sondern auch Frühe Förderung. Internationale Studien bestätigen heute ausnahmslos: Frühe Förderung lohnt sich für alle Kinder, die grösste Wirkung aber entfaltet sie bei sozial benachteiligten Kindern. Dank qualitativ guter Früher Förderung können ungleiche Startchancen noch vor dem Kindergarteneintritt wettgemacht werden. Dies ermöglicht es, die Weitergabe von Armut von den Eltern an die Kinder zu unterbinden.

Mit dem Ausbau der Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung setzt der Ständerat ein Zeichen für eine investive Sozialpolitik. Diese verlangt heute ein finanzielles Engagement, zahlt sich jedoch künftig aus, wenn Eltern dank Erwerbstätigkeit existenzsichernde Einkommen erzielen und ihre Kinder mit besseren Bildungschancen in die Schulkarriere starten. 

 
 

Hilfsprojekte der Caritas zur Armutsbekämpfung in der Schweiz

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