

Lokale wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Gebieten durch systemischen Wandel (LED-RAST)beendet
Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen in ländlichen Gemeinden in Bosnien und Herzegowina durch integrative und inklusive lokale Wirtschaftsentwicklung zu verbessern.
Überblick
Nachhaltige Einkommensförderung im ländlichen Raum
2'186'170 Schweizer Franken
01.01.2022 – 31.12.2025
Landesweit
Benachteiligte Gruppen im ländlichen Raum
P210061
Projekt im Detail
Bosnien und Herzegowina (BiH) gehört zu den ärmsten Ländern Europas mit den höchsten Arbeitslosenzahlen Jugendlicher und Frauen. Insbesondere ländliche Gebiete sind stark von Armut betroffen, was wiederum hohen Abwanderungsdruck auf die ländliche Bevölkerung erzeugt: während die Jüngeren ländlicher Gebiete in Richtung urbaner Zentren migriert, verlassen v.a. gut ausgebildete Stadtbewohner das Land in Richtung EU, Schweiz oder Übersee. Abwanderung in Verbindung mit rasch alternder Bevölkerung belastet das Sozialgefüge in den Gemeinden sowie die Sozialversicherungssysteme und deren Tragfähigkeit. Ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung ist im informellen Sektor tätig. Gleichzeitig herrscht zunehmender Fachkräftemangel. Das Bildungssystem ist nicht auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestimmt und es fehlt an qualifizierten und angelernten Arbeitskräften in allen Wirtschaftssektoren, insbesondere aber in der Landwirtschaft. Die Regierung hat bis anhin keine effektive Strategie zur gezielten Zuwanderung von Arbeitskräften entwickelt. Befeuert durch die Pandemie, schlitterte das Land 2020 in die grösste Rezession seit den Kriegsjahren: die Wirtschaft schrumpfte um beinahe 5% und es wurden beinahe 170‘000 Jobs vernichtet. Am stärksten von den Auswirkungen betroffen sind dabei die Jüngeren, Frauen sowie Minderheiten und andere marginalisierte Gruppen.
Die Fähigkeiten und Handlungskompetenz von Gemeindeverwaltungen und anderer staatlicher Akteure zur Planung und Entwicklung lokaler, inklusiver Wirtschaftsförderungsprogramme sollen verbessert und die Rahmenbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verbessert werden. Damit wird ein Umfeld geschaffen, das lokale Unternehmen und nachhaltige Arbeitsplätze fördert und das Zusammenwirken innerhalb verschiedener Wertschöpfungsketten begünstigt und verbessert.
Die Vernetzung, Kommunikation und Verbindungen zwischen den Akteuren entlang der Lieferketten werden verbessert und somit die Fähigkeiten der KMU gesteigert. Durch die Förderung von Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in lokalen Unternehmen sollen Jugendliche, Frauen und andere ausgegrenzte Gruppen Zugang zu (formellen) Arbeitsplätzen erhalten und angemessene und nachhaltige Einkommen erzielen.
Jugendliche, Frauen und VertreterInnen anderer ausgegrenzter Gruppen werden motiviert und befähigt, sich aktiver in lokale institutionelle Entscheidungsprozesse einbringen. Der Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Privatsektor und Gemeinden wird gefördert. Beabsichtigt ist die effektivere und effizientere Zusammenarbeit zwischen lokalen Institutionen und Bevölkerung sowie gestärkte Vertrauensbildung der Bevölkerung in lokale Institutionen (öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Organisationen).
Seit ihrer Gründung im Jahr 1901 setzt sich die Caritas Schweiz weltweit für Menschen in Not ein. Unser Ziel ist es, Armut zu beenden – überall und für alle! Caritas Schweiz ist eine der bekanntesten und wichtigsten Hilfsorganisationen der Schweiz, mit einem jährlichen Umsatz von ca. CHF 120 Mio. Sie ist eine politisch unabhängige und konfessionell neutrale Organisation und arbeitet in einem weltumspannenden Netzwerk.
Die Caritas Schweiz ist seit 1993 in Bosnien und Herzegowina aktiv: Beginnend mit erster Not- und Wiederaufbauhilfe während und unmittelbar nach dem verheerenden Bürgerkrieg von 1992 bis 1995, liegt unser Fokus entsprechend des vorherrschenden Bedarfs zunehmend auf nachhaltiger Einkommensschaffung, Bildung und Linderung der Auswirkungen des Klimawandels.
Zielgruppen sind die am stärksten Armutsbetroffenen sowie benachteiligte Gruppen. Dazu gehören vor allem Menschen in abgelegenen Gebieten des ländlichen Raums, Frauen, die einen Haushalt unterhalten müssen, sowie Minderheiten wie die Roma.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA
- Diverse bosnische Gemeindeverwaltungen


