Hilfe für Flüchtlinge in Syrien

Hilfe für Flüchtlinge in Syrien

Mehr als 11 Millionen Menschen aus Syrien sind auf der Flucht, etwa die Hälfte davon sind Kinder. Caritas Schweiz leistet seit 2012 Nothilfe und langfristige Unterstützung in einem Umfang von 18 Millionen Franken in Jordanien, Syrien, im Libanon und im Nordirak.

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Verantwortung für Flüchtlinge wahrnehmen statt Alarmismus verbreiten

24.01.2016 - Im Jahr 2016 ist die Zahl der in der Schweiz eingereichten Asylgesuche markant von über 40 000 auf rund 27 000 gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 31.2 Prozent. Aus Sicht der Caritas macht die Statistik des Staatssekretariats für Migration deutlich, dass der verbreitete asylpolitische Alarmismus fehl am Platz ist. Anstatt sich weiter abzuschotten, ist die Schweiz gefordert und durchaus auch in der Lage, in der Flüchtlingsfrage stärker Verantwortung zu übernehmen: gegenüber Ländern, die von den Flüchtlingsbewegungen wesentlich stärker betroffen sind, bei der Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen und bei der Integration von Geflüchteten in der Schweiz.

Die Schweiz muss mehr tun: Zwei junge Geflüchtete in Como. Bild: Reto Albertalli / phovea

Dass die Zahl der in die Schweiz einreisenden Flüchtlinge so stark zurückgeht, ist nicht darin begründet, dass die Fluchtursachen verschwunden sind. Im Gegenteil: Der zerstörerische Krieg in Syrien ging auch im vergangenen Jahr weiter. Oder in Ländern wie dem Irak, Afghanistan und Eritrea hat sich die Bedrohungslage für die Zivilbevölkerung nicht entschärft, auch wenn dies politische Akteure – besonders im Fall von Eritrea – herbeizureden versuchen. Die Zahlen sind vor allem wegen der Schliessung der Balkanroute und wegen des aus humanitätspolitischer Sicht problematischen EU-Abkommens mit der Türkei gesunken.

Im Jahr 2015 wurden Ängste und Unsicherheiten geschürt mit der Frage, wie viele Flüchtlinge die Schweiz denn maximal aufnehmen könne. Dabei war unser Land in wesentlich geringerem Masse Ziel der Flüchtlingsbewegungen als etwa Deutschland und Österreich. Nun zeigt sich, dass die überzogenen Prognosen falsch waren. Dass nach wie vor Ideen im Raum stehen, Soldaten zur Abwehr von Flüchtlingen an der Grenze einzusetzen, muss daher als politische Angstmache ohne Realitätsbezug bezeichnet werden.

Aus Sicht der Caritas ist weiterhin humanitäre Hilfe in Syrien und in den Nachbarländern dringlich. Auch die europäischen Ersteinreiseländer wie Griechenland und Italien sind auf Unterstützung angewiesen. Notwendig ist sodann die Aufnahme von Kontingentflüchtlingen – das Flüchtlingshilfswerk der Uno (UNHCR) sucht dringend Plätze. Statt bei der Integration zu sparen, braucht es ein stärkeres Engagement, um den Flüchtlingen eine möglichst schnelle Integration zu gewährleisten. Schliesslich steht die Schweiz auf Basis der Kinderschutzkonvention in der Pflicht, minderjährigen Flüchtlingen altersgerecht Schutz und Unterstützung zu gewähren.