Sollte Entwicklungs­zusammenarbeit nicht zur Bekämpfung von Fluchtursachen eingesetzt werden? 

Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungs­zusammenarbeit - Mediendienst 12/2019

Verantwortlich für erzwungene Flucht sind Kriege und zerstörte Lebensgrundlagen, massive Menschenrechts­verletzungen oder staatliche Repression. 

Gegen schlechte Regierungsführung oder Menschenrechtsvergehen macht die Entwicklungszusammenarbeit bereits, was möglich ist. Darüber hinaus ist vor allem die offizielle Schweiz gefordert: Bei Staatsbesuchen und anderen direkten Kontakten muss der Bund gute und transparente Regierungsarbeit einfordern. Und die Diplomatie muss staatliche Repression und Menschenrechtsverletzungen in aller Entschiedenheit verurteilen. 

Im Fall von Bürgerkriegen und gewaltsamer Vertreibung kann die Entwicklungszusammenarbeit wenig ausrichten. In Notsituationen muss die Schweiz humanitäre Hilfe bereitstellen. Ausserdem ist eine engagierte Friedens- und Menschenrechtspolitik gefordert: Der Bund kann vermitteln und gute Dienste zur friedlichen Beilegung von Konflikten anbieten. Und er muss auf Waffenexporte verzichten.

Wenn die extreme Armut sinkt, braucht es dann auch weniger humanitäre Hilfe?

Leider nicht. Die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, ist zwar zwischen 2008 und 2015 von 1,2 Milliarden auf 750 Millionen gesunken. Gleichzeitig sind jedoch 131 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, ein neuer Höchstwert. 

Verantwortlich dafür sind vor allem langandauernde Krisen. Sie konzentrieren sich auf Afrika südlich der Sahara, die Region um Syrien, den Jemen, Afghanistan sowie Myanmar. Hinzu kommen Flucht und Vertreibung: 2014 mussten knapp 60 Millionen Menschen vor Konflikten fliehen. 2017 waren es bereits 70 Millionen. 

Zurzeit folgen die zur Verfügung stehenden Mittel den wachsenden Bedürfnissen in keiner Weise. Gerade mal die Hälfte der nötigen weltweiten humanitären Hilfe ist gedeckt. Immerhin zeigt sich, dass die Antwort auf Krisen und Katastrophen rascher erfolgt und das humanitäre System effizienter ist denn je.
 

Aus: «Müssen wir überall helfen?», Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungszusammenarbeit. Diese Publikation der Caritas Schweiz findet sich auf

www.caritas.ch/eza oder kann gratis bestellt werden unter infonot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

Bild: Viele Flüchtlinge aus Venezuela haben im brasilianischen Bundesstaat Roraima Zuflucht gesucht. (c) Felipe Larozza 

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