Sich an kleinen Schritten freuen

Die Winters nehmen seit über 40 Jahren Pflegekinder bei sich auf. Oft kamen sie an ihre Grenzen, erlebten aber auch viele schöne und befriedigende Momente.

Blog: Sich an kleinen Schritten freuenDas Bauernhaus von Ursula und Richard Winter liegt im hintersten Winkel des Kantons Luzern. Zima, der weisse Hund mit dem Strubelfell, rennt sofort zur Tür, wenn es läutet. Er mag Menschen und hat oft Gelegenheit, immer wieder neue Freunde zu gewinnen. Ursula und Richard nehmen nämlich seit über 40 Jahren Pflegekinder bei sich auf. Angefangen hatte es mit dem 8-jährigen Peter* aus der Verwandtschaft. Später stiess Rolf* (14) zu ihnen. Er brach zwar am ersten Tag in den Dorfladen ein, aber mit der Zeit lernte er, die Regeln zu akzeptieren.

«Durchhaltewillen ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die wir brauchten», erklärt Ursula. «Wir mussten unzählige Male Vorfälle aufarbeiten und neu anfangen.» Andererseits hat das Schwierige sie angestachelt. Die Winters lernten, sich an kleinen Fortschritten zu freuen. Richard meint: «Wenn die Kinder einmal den Weg zu dir gefunden haben, sich bei dir anlehnen und sagen ‘Ich ha di gärn’, ist das ein wunderbares Gefühl.» Am Anfang waren sie komplett auf sich alleine gestellt, ab den Achtzigerjahren wurde die Vermittlung von Pflegekindern professionalisiert.

In der Not geholfen

Selbst als die Winters drei eigene kleine Kinder hatten, nahmen sie noch drei Kinder auf, als das Sozialamt um Hilfe rief. Die Kinder waren etwas verwahrlost und brachten sie manchmal an ihre Grenzen. Es war eine intensive Zeit. «Früher haben wir einfach zugesagt, weil jemand in Not war. Heute ist das anders», sagt Richard. «Viele Details werden im Vorfeld abgeklärt.» Zum Glück hätten sie immer Haustiere gehabt, sagt er. Den Hund zu knuddeln und zu ihm eine Beziehung aufzubauen sei bereits ein erster Schritt. Ihre eigenen Kinder hätten die neuen Geschwister toll gefunden.

Wertschätzende Betreuung durch die Caritas

Nach längerer Pause nahmen die Winters wieder Pflegekinder auf, als sie in einer Zeitschrift lasen, dass Caritas wieder Familien sucht. Die 11-jährige Farhad* aus Afghanistan zieht bei ihnen ein. Die Zusammenarbeit mit der Caritas erleben die Winters als sehr positiv und wertschätzend. Sie können jederzeit Coachings beanspruchen und Tag und Nacht eine Notfallnummer anrufen, wenn sie drängende Probleme haben. So wie damals, als Farhad plötzlich verschwand. Die Fachleute der Caritas intervenierten schnell.

Bei den regelmässigen Standortgesprächen ist meist ein interkultureller Dolmetschender dabei, so dass eine klare Kommunikation sichergestellt ist. Die Winters profitieren auch von den Fachtagungen der Caritas, obwohl sie schon alte Hasen sind. Der Austausch mit anderen Familien ist wichtig. «Wir sehen, dass sie mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, und das gibt uns Rückhalt. Mit jedem Kind haben wir wieder etwas gelernt.»

*Die Namen der Kinder wurden geändert

Bild: Auch die Haustiere gehören zum Betreuungsprogramm der Familie Winter. (c) Priska Ketterer

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