Shaima und Rouha lernen für die Zukunft

Der Krieg hat Mohammad und seine Familie gezwungen, aus ihrer Heimat in der Nähe von Aleppo in die syrische Hauptstadt zu fliehen. Seine Kinder mussten die Schule unter- oder abbrechen, die älteren helfen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Anders geht es nicht. Das Tageszentrum der Caritas hilft seinen jüngeren Töchtern Shaima (10)* und Rouha (11), den Lernrückstand aufzuholen und neuen Lebensmut zu fassen.

Blog: Shaima und Rouha lernen für die Zukunft«Meine 13-jährige Tochter hat die Schule verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten», erzählt Mohammed (42), bedrückt. Der Vater von zehn Kindern ist 2013 mit der ganzen Familie nach Jaramana, ein Quartier der syrischen Hautpstadt Damaskus, gezogen. Sie haben Maskanah, in der Nähe von Aleppo, wegen Kämpfen und wachsender Unsicherheit verlassen. Mohammed war Tagelöhner in der Landwirtschaft. Er besass nie selber Ackerland.

In Jaramana fühlt sich die Familie etwas sicherer. Aber das Überleben ist ein täglicher Kampf. «Wir verdienen nur einen Bruchteil dessen, was wir eigentlich brauchen», erklärt der Familienvater. Ein Kilo Kartoffeln kostet fast einen Franken. Falls er morgens Arbeit findet, kann er einige Franken pro Tag verdienen. Jede Arbeit ist willkommen. Aber es klappt nicht jeden Tag. Täglich fragt er sich jedoch, wie er seine Familie ernähren kann. Der älteste Sohn (17) kommt bald aus der Schule und trägt mit Gelegenheitsjobs schon heute etwas zum Leben bei.

Der Schulunterricht bringt Selbstvertrauen und Sicherheit

Beim Anblick ihrer Töchter Shaima (10) und Rouha (11) leuchten die Augen von Mohammed und seiner Frau vor Freude. Die zwei Schwestern sind fast gleich gross und ähneln sich wie Zwillinge. Sie sind immer zusammen. Wie die Schulzeit vieler Flüchtlingskinder verlief auch ihre chaotisch. Sie haben wenig Selbstvertrauen und leiden unter Lernschwierigkeiten. Seit einigen Monaten besuchen sie das Tageszentrum, das von Caritas finanziert und dem Jesuitischen Flüchtlingsdienst (JRS), ihrem lokalen Partner, geführt wird. Die Schwestern gehen zweimal pro Woche zum Zentrum Saint Alberto Hurtado und erhalten Unterstützung für ihre Hauptschulfächer – Mathe, Arabisch und Naturwissenschaften. Die psychosoziale und pädagogische Betreuung beinhaltet auch Zeichnen, Singen, Film und Gespräche. Und – nicht zu unterschätzen – für die Kinder gibt es am Mittag eine komplette Mahlzeit.

Nawar Al-Ahmad, die junge Lehrerin, ist von den zwei Schwestern begeistert. «Am Anfang waren sie sehr schüchtern und sprachen kaum. Sie waren fast etwas misstrauisch. Nach einigen Monaten nahmen sie an den Aktivitäten teil und öffneten sich. Sie halfen den anderen Kindern. In allen Fächern holten sie ungemein auf. Und das Wichtigste: Sie wissen, dass sie auch Fehler machen dürfen. »

Text: Fabrice Boulé, Verantwortlicher Kommunikation Westschweiz, Caritas Schweiz
Bild: In wenigen Monaten haben Shaima und Rouha enorme Fortschritte gemacht. © Alexandra Wey

*alle Namen geändert.

 

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