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«Wir warten auf Frieden»

Miriam ist 11 Jahre und Ahmed ist 12 Jahre alt. Die beiden syrischen Kinder haben in ihrem kurzen Leben schon viel Schlimmes erleben müssen. Und beide warten. Sie warten auf Frieden, dass sie heimkehren dürfen und wieder die Schule besuchen können.

Ich bin elf Jahre alt und will Ärztin werden“, erzählt Miriam. „Früher habe ich in Aleppo gewohnt, in Syrien, aber dort hat sich alles verändert. Ich habe viele tote Menschen in Syrien gesehen, nicht nur wegen der Bomben, auch wegen der Krankheiten. Viele haben kein Geld für einen Arzt und sterben. Die Toten haben niemanden mehr, der sie begraben kann. Manchmal wache ich in der Nacht auf und weine, meine Mutter tröstet mich dann. Mein grösster Wunsch ist es, wieder in die Schule zu gehen. Hier gibt es nicht viel zu tun, wir warten vor allem, ob es Neuigkeiten gibt, ob der Krieg endlich aufhört. Wir warten jetzt schon sehr lange. Wenn der Krieg vorbei ist und wir wieder in Syrien leben, könnte ich als Ärztin den Kranken und Verletzten helfen.“

Der zwölfjährige Ahmed wohnt jetzt mit seiner Familie im Libanon: „ Seit zwei Jahren leben wir hier und warten auf Frieden. Wir schlafen in einem Rohbau. Im Winter ist es sehr kalt. Wir schlafen alle am Boden in einem Zimmer rund um einen Ofen. Es ist schwierig, Holz zu bekommen, wir verbrennen alles, was irgendwie brennbar ist. Ich arbeite jeden Tag in einem Supermarkt und putze dort. Viele Kinder müssen jetzt arbeiten gehen. Ich habe eine gute Arbeit, manche meiner Freunde arbeiten in Fabriken, das ist viel anstrengender. Manche Kinder sind verschwunden, ich habe gehört, dass sie in Syrien kämpfen müssen oder verkauft wurden. Wovon ich träume? Dass ich eines Tages wieder in die Schule gehen kann. Dass ich einen echten Beruf lerne. Dass endlich Frieden ist. Dass wir wieder nach Hause können.“

Text: Bettina Riha-Fink, Caritas Österreich. Bild: syrische Kinderzeichnung

 

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