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Von abenteuerlichen Motorradfahrten - und ganz viel Reis

Ein weiterer Schweizer leistet seinen Zivildienst in Nepal. Pascal Broder ist bereits seit zwei Monaten vor Ort. Er ist studierter Bauingenieur und unterstützt das direkte Überwachen der insgesamt 16 Baustellen von Melamchi aus, einem kleinen Ort in einem Bergtal. Im Kurzinterview erzählt er von seinem Alltag und wie er diesen meistert.

Wie sieht ein Arbeitstag von dir aus ?

Obwohl der offizielle Arbeitsbeginn erst um 9 Uhr ist, sind viele – einschliesslich mir - schon um 8:00 Uhr im Büro. Zuerst beantworte ich allfällige Mails und bereite mich vor für den Baustellenbesuch. Um 10 Uhr gibt’s bereits Mittagessen. Es besteht immer aus «Dal Bhat» - das sind Linsen mit Reis -, dazu gibt es ein paar Beilagen, meist Gemüse, Kartoffeln und mehr oder weniger scharfe Gurken. Aus Sicht eines Nepali hat man kein Mittagessen gehabt, wenn man keinen Reis (Bhat) zu sich genommen hat.

Anschliessend mache ich mich mit einem Bauaufseher auf zur Baustelle. Meistens ist das Motorrad unser Transportmittel. Ich sitze hinten. Das hat den Vorteil, dass man deutlich weniger Staub abkriegt als der Fahrer. Dafür fährt einem jede Unebenheit der Strasse in die Knochen – und davon hat es sehr viele. Je nach Baustelle fahren wir zwischen einer halben Stunde und drei Stunden, um diese zu erreichen. Nach einem kurzen Besuch für den Papierkram auf dem Baustellenbüro diskutieren wir mit dem Bauführer allfällige auftretende Schwierigkeiten beim Bau und suchen Lösungen. Dann folgt der eigentliche Baustellenrundgang. Mithilfe von Checklisten können Ausführungsfehler und Qualitätsmängel schnell erkannt werden. Falls es die Zeit es zulässt, besuchen wir noch eine zweite Baustelle. Oft aber reicht es dafür nicht mehr, denn wir müssen vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Büro sein. Im Dunkeln ist die Fahrt auzf den unbefestigten, unbeleuchteten Strassen zu gefährlich. Besuchen wir weiter entfernte Baustellen, übernachten wir in einem Gästehaus. Diese Gästehäuser kann man sich wie ältere SAC-Hütten vorstellen: einfach eingerichtet, nur kaltes Wasser und ein tolles Bergpanorama.

Es kann auch einmal passieren, dass ein Lastwagen die Strasse – meist besteht diese nur aus einer Erdoberfläche ohne Kies, geschweige denn Beton – blockiert, weil gerade Sand per Hand entladen oder der Lastwagen repariert werden muss. Ist man per Auto unterwegs, gibt es meist nur eine Option: warten, und möglicherweise Mithelfen, damit es schneller geht. Im Büro angekommen, dokumentieren wir den Baustellenbesuch. Meist ist es dann schon 18 Uhr und das Büro leert sich langsam. Mit einer Runde Tischtennis endet dann ein ganz normaler Arbeitstag in Melamchi.

 

Was machst du in deiner Freizeit?

Da alle meine Arbeitskollegen unter der Woche auch hier in Melamchi bleiben und deren Familien meist in Kathmandu leben, sind diese immer offen für ein Tischtennisspiel oder geselliges Beisammensein. Des Weiteren gibt es einen Markt im Zentrum, wo man sich die Zeit vertreiben kann. Aber um 10 Uhr abends schliesst auch dort das letzte Geschäft oder Restaurant. Jedes zweite Wochenende gehe ich nach Kathmandu, um ein wenig Abwechslung beim Essen zu bekommen. Wenn ich in Melamchi bleibe, gehe ich oft wandern oder unternehme etwas mit den dagebliebenen Arbeitskollegen.

Was ist bisher deine grösste Herausforderung?

Für mich ist das definitiv der Reis. Ich wusste schon, dass mich viel Reis erwarten würde, bevor ich nach Nepal kam – dachte aber, dass alle übertreiben mit «es wird jeden Tag Reis geben». Ich habe mich nun langsam daran gewöhnt und gönne mir dann abends meist eine Speise mit Huhn.

 

Text und Bilder: Pascal Broder

 

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