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Suppenküche in Aleppo

Aleppo zählt zu den am stärksten umkämpften Städten in Syrien und noch immer halten sich dort Zivilisten auf. Caritas Schweiz unterhält in der Stadt eine Suppenküche und versorgt die Bevölkerung mit warmen Mahlzeiten. In Vorbereitung eines Interviews beantwortet Marina Kieber von Caritas Liechtenstein Fragen zur Suppenküche.

Wie ist die aktuelle Situation in Aleppo? Da kann ich Ihnen leider nichts anderes mitteilen als das, was in den Zeitungen steht: Aleppo ist noch immer heftig umkämpft. (Anm. d. Red.: Erst am 17.09. wurden bei Luftangriffen über 50 Menschen getötet)

Wer profitiert von der Suppenküche? Wir versorgen Familien, Einzelpersonen, Intern Vertriebene – Zivilbevölkerung eben.

Was wird angeboten? Wir geben täglich eine warme Mahlzeit ab. Die Mengen werden auf die Kalorienbedürfnisse der Personen abgestimmt. Besonders berücksichtigt werden dabei der Gesundheitszustand der Betroffenen oder besondere Umstände, wie beispielweise Schwangerschaft und Stillperiode.

Wer arbeitet in der Suppenküche? Ein Team von lokalen Partnern von Caritas Schweiz ist im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen für das Team können wir aber den Namen der Organisation nicht nennen.

Ist es schwierig dafür Helfer zu finden, immerhin ist es ein gefährliches Pflaster? Bisher konnten wir immer genügend Leute finden. Das Team besteht aus 2 Köchen und 20 Helfern. Alles Leute, die von dort kommen und auch dort wohnen und sich für andere einsetzen.

Wie muss man sich das logistisch vorstellen? Über 6000 Essen pro Tag kann man ja nicht auf einem kleinen Herd zubereiten. Wir haben fünf Dieselkocher, die eigens dafür entwickelt wurden, weil Gas zu teuer und Diesel zudem leichter erhältlich ist. Pro Woche bereitet das Team zwei bis drei Tonnen Mahlzeiten zu. Die Mahlzeiten sind ausgewogen, erhältliche Grundnahrungsmittel, wie Reis, Bulgur, Fava Bohnen und Linsen, werden mit frischen Lebensmitteln aus den lokalen Märkten kombiniert. Die fertigen Mahlzeiten werden in Edelstahlbottiche gefüllt und zu den Notunterkünften geliefert. Dort werden sie verteilt.

Wie viel Geld wird gebraucht? Das Projekt startete im Februar und ist geplant bis Ende Januar 2016. Benötigt werden dafür rund 764 000 Franken. Bisher wurden 600 000 Franken von Caritas Schweiz an die Partner ausbezahlt. Gegen Ende Jahr wird die Situation in Aleppo neu bewertet. Falls notwendig und möglich, wird mit dem Partner ein Nachfolgeprojekt ausgearbeitet, damit die Bedürftigen weiterhin unterstützt werden können. Dies passiert in enger Abstimmung mit dem syrischen Roten Halbmond, welcher in Aleppo die Koordination innehat.

Wer garantiert den Spendern, dass das Geld den Betroffenen zugutekommt und mit welchen Abzügen muss gerechnet werden? Caritas Schweiz entwickelte das Projekt zusammen mit der Organisation vor Ort und stellt sicher, dass die notwendigen administrativen und finanziellen Kontrollsysteme bestehen. Zudem wird geprüft, ob die internationalen Standards für humanitäre Hilfe eingehalten werden. Die Finanzierung wird mit der Glückskette koordiniert. Caritas Schweiz ist Zewo-zertifiziert. 9.5 Prozent der Mittel werden für Administration, Fundraising und Werbung eingesetzt, 90,5 Prozent fliessen direkt in die Projekte.

 

Text: Marina Kieber, Caritas Liechtenstein / Bild: Marina Kieber, Caritas Liechtenstein

 

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