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Nahrungsmittel und Schutz vor sexueller Gewalt

Hunger in Ostafrika: Nothilfe der Caritas für Flüchtlinge aus dem Südsudan im Kongo - Mediendienst 6/2017

Die Hungerkrise in Ostafrika dauert weiterhin an, auch wenn die Aufmerksamtkeit der Weltöffentlichkeit nachgelassen hat. Im Südsudan hat die verheerende Kombination aus Krieg, Gewalt und Dürre inzwischen mehr als drei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Rund 65 000 Menschen sind über die Grenze in die Demokratische Republik Kongo geflüchtet. Hier leistet Caritas Schweiz Überlebenshilfe. Zentral ist auch der Schutz von Frauen und Kindern vor sexueller Gewalt.

Täglich treffen in der Demokratischen Republik Kongo neue Flüchtlinge ein. Es sind vor allem Frauen und Kinder. Die Aufnahme der südsudanesischen Flüchtlinge stellt die lokale Bevölkerung vor eine kaum zu bewältigende Belastungsprobe. Es herrscht grosse Nahrungsmittelknappheit in den Flüchtlingslagern,sexuelle und andere Gewalt gegenüber von Frauen und Kindern während der Flucht wie auch nach der Ankunft im Flüchtlingslager sind verbreitet.

Zwar unterstützt das Welternährungsprogramm der Uno (WFP) die Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln. Dies deckt den Bedarf aber nur etwa zu einem Drittel. Caritas stellt deshalb 2000 Flüchtlingen während sieben Monaten zusätzliche Nahrungsmittel zur Verfügung. Diese Hilfe soll verhindern, dass die Flüchtlinge das Saatgut, welches sie bei Ankunft im Lager erhalten haben, aus akuter Not weiterverkaufen.Nur wenn sie es tatsächlich für den Anbau von Gemüse verwenden, besteht die Aussicht, dass sie sich selbst versorgen können.

Durch die hohe Zahl von Flüchtlingen in der Region wächst der Bedarf an Brennholz dramatisch an. Die umliegenden Wälder werden abgeholzt. Frauen und Kinder sind beim Sammeln von Brennholz der Gefahr von sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Caritas versorgt 650 Flüchtlingsfamilien mit energieeffizienten Öfen, welche wesentlich weniger Holz benötigen. Die kleinen Öfen sind einfach zu bedienen und werden aus lokalen Materialien gefertigt.

Zum Schutz von Frauen und Mädchen sind zudem Massnahmen zur Prävention von sexueller Gewalt Teil des Projektes. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als 70 Prozent aller Frauen und Kinder unter den südsudanesischen Flüchtlingen seit Beginn des Konfliktes direkt oder indirekt Opfer von sexuelleroder anderer Gewalt waren. Das lokale Spital in Biringi ist die erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge, die vor oder während der Flucht Gewalt erlebt haben. Damit die von Übergriffen betroffenenFrauen und Kinder im Flüchtlingslager angemessene Unterstützung erhalten, wird das Personal im Spital Biringi in psychosozialer Unterstützung und klinischem Management aus- und weitergebildet.

Caritas Schweiz leistet auch im Südsudan, in Äthiopien, Somaliland Nothilfe für die Opfer der Hungerkrisein Ostafrika. Weitere Informationen: www.caritas.ch/ostafrika

 

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