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Mohammads Geschichte

Mohammad (43) floh aus seinem Dorf in Afghanistan, nachdem es von den Taliban attackiert wurde und er Angst um sein Leben hatte. Wir treffen auf ihn im serbischen Presevo.

„Jeden Tag gab es Kämpfe. Als die Taliban über mein Dorf herfielen, ermordeten und verletzten sie unzählige Bewohner“, sagt Mohammad. „Vor drei Jahren waren die Taliban noch nicht so gross, aber seit sechs Monaten werden sie immer stärker.“

Inmitten dieser täglichen Grausamkeiten um ihn herum, arbeitete Mohammad im örtlichen Spital als Krankenpfleger, auch für die Verletzten. So lange, bis er selbst gepflegt werden musste: „Die Taliban drohten, mich umzubringen, wenn ich mich nicht auf ihre Seite stellen würde. Vor zwei Monaten dann kamen sie tatsächlich und verprügelten mich. Mit ihren Händen, Füssen und Beinen schlugen sie auf mich ein“, erzählt Mohammad und macht dabei ihre Bewegungen nach. „Sehen Sie“, er zieht sich den Pullover über den Kopf und zeigt uns seinen Rücken, auf dem frische Narben zu sehen sind: „Ich hatte eine OP und musste genäht werden. Ich habe mich geweigert, für sie zu kämpfen und das ist ihre Antwort“, verbittert zieht Mohammad seinen Pullover wieder gerade.

Nach einer langen Flucht durch den Iran, die Türkei, Griechenland und Mazedonien ist er nun in der Registrierungsstelle im serbischen Presevo angekommen, wird dort von Caritas betreut. 43 Tage dauerte seine Reise, die er allein antreten musste. Er konnte seine Familie nicht mitnehmen, er hatte keine Wahl.

„Ich reiste mit dem Auto, zu Fuss, mit dem Esel und dem Schiff. Mein Rücken schmerzt, und ich kann nicht mehr lange laufen. Ich fühle mich so müde, aber ich kann nicht hierbleiben.“

Text und Bild: Caritas Europa

 

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