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Kinderarmut mit Patenschaften bekämpfen

Patenschaftsprojekt «mit mir» verbessert Zukunftsaussichten von Kindern - Mediendienst 12/2017

76 000 Kinder und Jugendliche sind in der Schweiz akut von Armut betroffen. Das bedeutet, dass jede 20. Person unter 18 Jahren zu wenig zum Leben hat. Weitere 188 000 Kinder und Jugendliche sind von Armut bedroht. Und als ob das nicht genug wäre, werden die betroffenen jungen Menschen oft auch sozial ausgegrenzt. Das Patenschaftsprojekt «mit mir» von Caritas hat zum Ziel, die armutsbetroffenen und armutsgefährdeten Kinder aus der sozialen Isolation zu holen und so die Kinderarmut in der Schweiz zu bekämpfen. 

Verglichen mit der Gesamtbevölkerung sind Kinder und Jugendliche in der Schweiz überdurchschnittlich von Armut bedroht. Hat eine Familie drei oder mehr Kinder oder ist sie alleinerziehend, steigt das Armutsrisiko markant: So ist es insbesondere für Niedrigqualifizierte heute zunehmend schwierig, eine Arbeit zu finden, und Alleinerziehenden ist es aufgrund der mangelhaften Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht möglich, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen.

Im Rahmen des Projekts «mit mir» vermittelt die Caritas Patinnen und Paten, die Kinder aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen über einen Zeitraum von drei Jahren begleiten. Solche Patenschaften können das Selbstwertgefühl und die individuellen Kompetenzen von Kindern stärken, ermöglichen den Freiwilligen ein sinnvolles Engagement für eine solidarische Gesellschaft und entlasten die Eltern.

Durch eine Patenschaft und die gemeinsamen unternommenen Aktivitäten erweitern die Kinder auch ihren Erlebnis- und Erfahrungshorizont. Zudem werden beispielsweise mit einem Besuch in einem Museum oder beim Kochen neue Interessen geweckt.

Mit einer Patenschaft können die Kinder eine vertrauensvolle Beziehung zu einer Person ausserhalb der Familie aufbauen und Dinge besprechen, die sie vielleicht mit ihren Eltern nicht bereden können.

Das soziale Netzwerk kann dadurch erweitert und die soziale Isolation der Kinder verhindert werden. Das Kind oder die Familie kommt so beispielsweise in den Kontakt mit lokalen Sportvereinen und lernt neue Leute kennen.

Nachhaltige Wirkung von Patenschaften

Eine Evaluation der Nachhaltigkeit der Patenschaft im Kanton Zürich macht deutlich, dass das Projekt auch über das Ende einer Patenschaft hinaus Wirkung zeigt: So bleibt die Vernetzung armutsbetroffener Familien mit anderen Personen und Familien auch länger bestehen, als die Patenschaft dauert. Die Eindrücke, welche die Kinder in der für sie neuen Welt sammeln, wenn sie mit ihren Patinnen und Paten Zeit verbringen, behalten sie langfristig in ihrem Gedächtnis. Die Kinder integrieren sich nachhaltig in einem neuen sozialen Umfeld. Auch für die Eltern ist eine Patenschaft ein Gewinn – sie werden entlastet, es entsteht etwas freie Zeit und sie können neue Ressourcen schöpfen.

Die freiwilligen Patinnen und Paten können mit ihrem Engagement ihren Erfahrungshorizont erweitern und bauen Brücken zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Dadurch leisten sie auch einen Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft für die Probleme sozioökonomisch benachteiligter Menschen in der Schweiz.

Selbstvertrauen zu stärken und individuellen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln, gehört zu den Zielen von «mit mir». Caritas vermittelt für ein musikalisches Kind beispielsweise eher eine Person als Patin oder Paten, die selbst ein Musikinstrument spielt.

371 Patenschaften in acht Kantonen

Ende 2016 betreute die Caritas schweizweit insgesamt 371 Patenschaften und die Patinnen und Paten leisteten im Jahr 2016 zusammen 31 660 freiwillige Stunden. Die Freiwilligen treffen sich ein bis zwei Mal pro Monat für einen halben oder ganzen Tag mit ihren Paten­kindern. Caritas begleitet die Patenschaft durch regelmässigen Kontakt sowohl mit den Paten als auch den Familien. Bei Problemen zwischen den Eltern beziehungsweise Kindern und Paten vermittelt die Caritas und unterstützt die Beteiligten bei der Lösungsfindung. Die aktive Begleitung durch die Caritas endet nach drei Jahren. Oft bleiben die Patenschaften aufgrund der guten Beziehungen darüber hinaus bestehen. 

Bild: Urs Siegenthaler

 

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