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Integration von Flüchtlingen als Herausforderung

Flüchtlinge und Freiwilligenarbeit in der Schweiz im Jahr 2017 - Mediendienst 3/2017

 

2015 bezogen gemäss Bundesamt für Statistik 20'000 Flüchtlinge Sozialhilfe. Nach den grossen Flüchtlingsströmen in den Jahren 2015 und 2016 wartet nun die Aufgabe der Integration dieser Menschen auf die Schweiz. Dabei darf das freiwillige Engagement nicht als Ersatz, sondern nur als Ergänzung zum staatlichen Handeln verstanden werden. 

Im Jahr 2015 belief sich die Sozialhilfequote der unterstützten Personen im Flüchtlingsbereich in der Schweiz auf 80,8%. Damit bezogen 20‘130 Flüchtlinge Sozialhilfe. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 35,1%, so schrieb das Bundesamt für Statistik im Februar 2017. Die Tatsache, dass 4 von 5 Flüchtlingen Sozialhilfe beziehen müssen, zeigt, dass ihre Integration eine aktuelle und grosse Herausforderung für die Schweiz ist. 

Flüchtlingskrise löste grosses Angebot an freiwilligem Engagement aus

Die Betroffenheit über die Ereignisse während der grossen Flüchtlingsströme im Herbst 2015 löste viel freiwilliges Engagement aus. Auch die Caritas spürte dies. Häufig wurden Kleider gespendet oder Engagierte erkundigten sich nach freiwilligen Einsatzmöglichkeiten. Die Caritas reagierte darauf mit der Publikation verschiedenster Einsatzfelder. Und sie begleitete im Jahr 2015 rund 1000 Freiwillige bei ihrem Engagement für Menschen mit Migrationshintergrund.

Freiwilligenarbeit bei der Integration von Flüchtlingen 

Im Kanton Solothurn zeigt ein Beispiel der Caritas, wie sich Freiwillige bei der Integration von Flüchtlingen engagieren. Im Co-Pilot genannten Projekt begleiten Freiwillige Flüchtlinge während einem Jahr bei ihrer sozialen Integration. Regelmässige Treffen zwischen den Flüchtlingen (Piloten) und den Freiwilligen (Co-Piloten) informieren über die konkreten Angebote vor Ort (z.B. Bibliotheken, Schwimmbäder, Angebote der öffentlichen Hand). Die Piloten erhalten Einblick in den Alltag von Einheimischen, sowohl privat als auch beruflich, und sie können erste Kontakte zu Vereinen knüpfen sowie weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung kennen lernen. Weiter können sie sich im sozialen Raum integrieren, Deutsch anwenden und erfahren mehr über das Schulsystem der Schweiz.

Wie ein Beispiel aus dem Kanton St. Gallen zeigt, ist Freiwilligenarbeit auch im Jahr 2017 weiterhin gefragt. Während der Kanton die Anzahl der finanzierten Lektionen für Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Flüchtlinge für das Jahr 2017 reduziert hat, stellen die Gemeinden ein zusätzliches Angebot bereit: in Quartierschulen sollen Freiwillige Deutsch unterrichten.

Freiwilligenarbeit darf staatliche Aufgaben nicht übernehmen

Wie das Beispiel aus dem Kanton St. Gallen zeigt, besteht die Gefahr, dass sich der Staat aus der Verantwortung zurückzieht und Freiwillige in die Lücke springen. Staatliche Aufgaben sollen und dürfen jedoch nicht durch Freiwilligenarbeit übernommen oder ersetzt werden. Freiwilligenarbeit kann jedoch eine wertvolle Ergänzung zur Arbeit der öffentlichen Hand darstellen. Integration erfolgt nicht nur über die Sprache oder finanzielle Ressourcen, sondern auch über den Zugang zu gesellschaftlichen Gütern wie Partizipation an der Gemeinschaft oder kulturelle Angebote. In diesem Sinn kann Freiwilligenarbeit Flüchtlingen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen und den Freiwilligen gleichzeitig die Möglichkeit bieten einer sinnvollen, erfüllenden Tätigkeit nachzugehen.

 

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