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Hoffnung für Heimkinder im Nordirak

Tue Gutes … und schweige drüber?

Manchmal muss man eine wunderschöne Geschichte für sich behalten. Nur ein einziger trockener Satz steht auf der Facebook-Seite des Sozialdezernats von Suleymaniyah in der Kurdischen Region des Irak (KRI): «Nach der offiziellen Eröffnung des Dienstes für Pflegefamilien durch den KRI-Minister für Arbeit und Soziales am 31. August 2016, und der Genehmigung der ersten Pflegeeltern am 21. November 2016, wurde heute, am 5. April 2017, der erste Pflegevertrag unterschrieben, und das erste Kind in einer Pflegefamilie untergebracht.»

Aus verständlichen Gründen werden keine Namen genannt, keine Fotos gemacht, keinerlei Details preisgegeben: Die Pflegefamilie will in der Anonymität zusammenwachsen, Pflegeeltern und -kind wünschen sich, dass ihre Identität gewahrt wird, hoffen auf Respekt vor ihrer Entscheidung und den Folgen, die daraus erwachsen. Und sie hoffen auf bedachtsame Unterstützung, im engsten Familienkreis ebenso wie durch ein Team geschulter Fachleute aus der Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie, Rechtpflege und Medizin.

Was lange währt…

Acht Jahre hat es gedauert, bis das neugeschaffene System für Pflegefamilien in Suleymaniyah stand, bis erst das Problem erkannt wurde, dann der rechtliche Rahmen und die sozialen Einrichtungen geschaffen wurden; bis Fachleute fortgebildet waren um ein solides System für Pflegefamilien aufzubauen, potenzielle Pflegeeltern und -kinder identifiziert und auf die neue Lebenssituation vorbereitet wurden. Möglich gemacht hat dies der unermüdliche Einsatz unserer Partnerorganisation STEP im Nordirak und den Institutionen vor Ort, die wir von Anbeginn bei dieser Arbeit unterstützen.

Bis zuletzt bangten wir, ob die Finanzierung gesichert, ob das Gesetz verabschiedet, ob die Verfahren und Beurteilungen standhalten würden, um vielen der Heimkinder vor Ort endliche eine Alternative zum Heim zu ermöglichen. Als unsere Partner von STEP uns dann doch endlich von der ersten erfolgreichen Unterbringung eines kleinen Jungen in einer geeigneten Pflegefamilie benachrichtigten, machte unser ganzes Team hier im Beiruter Regionalbüro von Caritas Schweiz einen Luftsprung!

Noch hat die Geschichte kein Happy End. Sie ist aber ein ermutigender Anfang. Viele weitere Kinder und Pflegeeltern sollen in der Zukunft in Suleymaniyah zusammenfinden, jeder neue Fall birgt neue Herausforderungen und verlangt nach individueller und fachlich gut abgefederter Betreuung. Wir werden die Partner auch weiterhin unterstützen.

Seit dem 5. April 2017 denken wir hier in Beirut dennoch sehr oft an dieses erste Pflegekind und seine weitere Lebensgeschichte. Wir wünschen ihm ein erfülltes Leben, ganz im Sinne der Präambel der UN-Kinderrechtskonvention, die besagt, dass Kinder zur vollen und harmonischen Entfaltung ihrer Persönlichkeit in einer Familie und umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen sollten.

Bild oben: Das Logo der Abteilung für Pflegefamilien im Sozialdezernat von Suleymaniyah, Nordirak
Bild unten: Familienszene, nachgestellt von Kindern im Drop-In-Center für Strassenkinder in Suleymaniyah, Nordirak

Text: Karen Roberts, Caritas-Bildungsdelegierte im Libanon und im Irak

 

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