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Geboren in eine unsichere Welt

Amena (21) ist im siebenten Monat schwanger. Sie lebt mit 20 anderen syrischen Flüchtlingen zusammen in einem winzigen Raum. Ihre Freude über das Baby in ihrem Bauch wird überschattet von der Angst. Angst darüber, wie sie es versorgen soll, wenn es auf der Welt ist.

«Natürlich freue ich mich auf die Geburt», sagt sie. Aber im Moment hat sie mehr Angst als Freude. «Wie soll ich es füttern? Wo sollen wir leben?», fragt Amena verzweifelt.

Amenas Bedenken sind einfach nachzuvollziehen. Zusammen mit ihrem Mann Zacaria und dem 1,5jährigen Sham lebt Amena mit drei anderen Familien in einem kleinen Raum in Beirut. 21 Menschen, auf ein paar Metern, ohne jeglichen Komfort. Aber zumindest ein Dach über dem Kopf. Mehr können sie sich nicht leisten, mehr bekommen sie nicht.

«Es ist sehr schwierig hier für uns», sagt Amena. 5 Tage hätten sie kein Wasser gehabt, es gibt keine Privatsphäre, kein Platz zum Spielen für die Kinder, einer hockt auf dem anderen. Weit entfernt von dem, was sie mal hatten. Zacaria war Konditor, die junge Familie lebte friedlich in einem Vorort von Aleppo, bis der Krieg kam. «Wir waren im Kreuzfeuer», erinnert sich Amena. Als Flugzeuge die Nachbarschaft bombardierten, beschloss die Familie zu fliehen – es war einfach zu gefährlich geworden.

Zacaria schaute sich in Beirut nach Arbeit um, aber es ist zu schwierig, welche zu finden. Schon bevor die rund 600 000 syrischen Flüchtlinge in den Libanon kamen, gab es viele Arbeitslose im Land.

Der grösste Schmerz für Menschen wie Amena ist es, nicht zu wissen, wann und ob überhaupt sie jemals wieder zu ihrem alten Leben zurückfinden.

Während der Krieg draussen weiter tobt, ist das Leben der syrischen Flüchtlinge eine einzige Warteschleife. Die Kinder gehen nicht zur Schule, die Eltern können nicht arbeiten. Das Leben ist nicht mehr als ein Überleben.

«Wir wollen nach Hause», sagt Amena. Sobald der Krieg zu Ende wäre, würden sie gehen. Zurück in ihre Heimat.

Text: Eoghan Rice, Trócaire / Foto: Trócaire 

 

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