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Erreicht die Nothilfe Äthiopiens hungernde Bevölkerung?

Dürrekatastrophe und angespannte Sicherheitslage in Äthiopien - Mediendienst 11/2017

Äthiopien kommt nicht zur Ruhe. Bei den jüngsten Protesten gegen die Regierung sind 55 Menschen ums Leben gekommen. Um die eskalierende Situation in den Griff zu bekommen, hat die Regierung den Ausnahmezustand verhängt. Bei alldem geht die von der akuten Dürrekrise betroffene und vom Hunger bedrohte Bevölkerung fast vergessen: Dabei ist sie es, die am stärksten unter der angespannten Sicherheitslage leidet.

Knapp ein Jahr nach dem Ausbruch der Proteste in Äthiopien weist das Land eine traurige Bilanz auf: Gemäss dem UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte haben die Unruhen gegen die Regierung bis heute über 600 Menschenleben gefordert. Auch Verhaftungswellen wurden vermeldet. Jüngstes Beispiel sind 55 Tote an einer religiösen Feier südlich von Addis Abeba, welche in einen Protest gegen die Regierung umschlug. Beim Versuch der Sicherheitskräfte, die Demonstration aufzulösen, kam es zur Massenpanik: Zahlreiche Personen fielen in Strassengräben oder ertranken beim Versuch, sich in einen nahegelegenen See zu retten.

Die Forderung der UNO, einer unabhängigen Untersuchungskommission freien Zugang in die betroffenen Gebiete zu gewähren, liess die Regierung bisher unbeantwortet. Anfang Oktober rief sie den Ausnahmezustand aus. Er gilt für sechs Monate.

Notleidende Bevölkerung besonders stark von Sicherheitslage betroffen

Auch wenn sich die Lage in der Hauptstadt Addis Abeba seit der Einführung des Ausnahmezustands beruhigt hat, so ist die Stabilität des zuletzt wirtschaftlich erfolgreichen Landes trotzdem bedroht. Denn insbesondere in der Region Oromia flammen die Proteste immer wieder auf. Doch etwas geht bei der ganzen Aufmerksamkeit um die Proteste in Äthiopien schnell vergessen: Das Leid der Menschen, die von der schwersten Dürre seit 50 Jahren betroffen und vom Hunger bedroht sind.

Noch immer sind in Äthiopien gemäss Angaben der UNO 9,7 Millionen Menschen von externer Nahrungsmittehilfe abhängig. Rund 2,8 Millionen Kinder leiden unter Unterernährung. Caritas Schweiz leistet mit ihrem Engagement im Rahmen von Entwicklungs- und Nothilfeprojekten Unterstützung. Sie saniert Brunnen und verteilt Saatgut und Ochsen zum Wiederanbau der Felder. Doch das Engagement erweist sich als zunehmend schwierig.

Nothilfe geht trotz widrigen Bedingungen weiter

Trotz den widrigen Bedingungen hält Caritas Schweiz an den Projekten fest, welche die akuten Bedürfnisse der notleidenden Bevölkerung adressieren. Nicht nur eingeschränkte Kommunikationskanäle und die Blockade des Internets stellen laut Jens Steuernagel, zuständigem Landesdirektor der Caritas Schweiz in Äthiopien, Herausforderungen dar. «Aus Sicherheitsgründen mussten wir unsere Operationen zeitweise unterbrechen, da Projektfahrzeuge angegriffen und beschädigt wurden», erzählt er. Denn die Gewalt der Demonstranten richtet sich längst nicht nur gegen staatliche Institutionen. Auch ausländische Akteure inklusive Hilfsorganisationen sind zunehmend Opfer von Vandale und Gewalt.

Um die Sicherheitsrisiken zu minimieren, stehen die Mitarbeitenden in ständigem Kontakt mit lokalen Behörden und wichtigen Personen innerhalb der Gemeinden, in welchen die Projekte laufen. Ausserdem wird die Sicherheitslage aufmerksam beobachtet.

Inzwischen konnte Caritas Schweiz alle Aktivitäten wieder aufnehmen und führt ihre wichtige Hilfe für die notleidende Bevölkerung fort. «Die Menschen, die am bedürftigsten sind, leiden besonders unter der schwierigen Sicherheitssituation», sagt Steuernagel und fügt angesichts der Lage im Land hinzu: «Besonders Entwicklungsprojekte leisten einen langfristigen Beitrag dazu, die Situation im Land zu verbessern und so etwas Ruhe in die angespannte Situation zu bringen».

 

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