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Erdbebensichere Schulen

Caritas Schweiz will im ländlichen Distrikt Sindhupalchok, der vom verheerenden Erdbeben am 25. April besonders hart getroffen wurde, eine grössere Anzahl Schulen erdbebensicher wiederaufbauen. Um die Kontinuität im Unterricht zu sichern, wird Caritas auch provisorische Schulräume bereitstellen.

Um sich ein Bild der Lage zu machen, ist ein Expertenteam von Caritas Schweiz in den ländlichen Distrikt Sindhupalchok gereist, wo 80 Prozent aller Schulen und Häuser vollständig zerstört wurden. Nach einer über fünfstündigen Fahrt im Geländewagen trafen die zwei Experten für Katastrophenhilfe und Wiederaufbau und ein nepalesischer Ingenieur in den Gemeinden Palchok und Dubachaur ein, die 90 Kilometer Kathmandu entfernt sind. Die Zeit drängt, denn wenn im Juni der Monsun einsetzt, ist die Strasse nicht mehr befahrbar. In den zwei besuchten Gemeinden wurden 95 Prozent der Schulen und Häuser völlig, die restlichen 5 Prozent teilweise zerstört.

"Wir planen die Instandsetzung und den Wiederaufbau einer grösseren Anzahl von Primar- und Sekundarschulen im Distrikt Sindhupalchok" erklärt Peter Eppler, Verantwortlicher bei Caritas Schweiz für Katastrophenhilfe und Wiederaufbau in Nepal. "Wir haben zunächst die Schäden begutachtet und festgestellt, dass ein grosser Teil der Schulen völlig zerstört wurde. Unser Einsatz wird mit den anderen Hilfsorganisationen vor Ort, mit den lokalen und regionalen Schulbehörden und dem Bildungsministerium koordiniert." Nach ersten Erhebungen durch den nepalesischen Ingenieur Thakur Thapa in drei Gemeinden des Distrikts Sindhupalchok wurden 25 der 27 öffentlichen Schulen völlig und 2 teilweise zerstört. Für die vollständige Bestandsaufnahme wird Caritas Schweiz auch mit örtlichen Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten.

Detaillierte Bestandsaufnahme

In einem ersten Schritt müssen alle Schulen genau erfasst werden: ihre Grösse, die Art der Schulen (Primar-, Sekundarschule oder weiterführende Schule), die Zahl der Klassen, Schüler und Lehrer, das Ausmass der Zerstörung und die Bauweise. Die Bauarbeiten können im Oktober, nach dem Monsun, beginnen und werden über mehrere Jahre gestaffelt ausgeführt. "Wir arbeiten mit lokalen Arbeitskräften zusammen, die wir in erdbebensicheren Bautechniken ausbilden. Soweit möglich werden wir lokales Material verwenden, denn der Transport in diese schlecht zugängliche Region ist sehr teuer. In der Nähe wird Kies abgebaut, es gibt Sand und Holz. Zement und Stahl müssen wir aus Kathmandu kommen lassen" erklärt Peter Eppler.

Caritas wird den "blue school"-Ansatz nutzen, dessen Lehrplan auch die Vermittlung von Hygienegrundregeln vorsieht. Damit der Unterricht während der Regenzeit und während des Wiederaufbaus weitergehen kann, baut Caritas aus Planen, Holz oder Bambus provisorische Schulhäuser.

Ernährungssicherung

Der Wiederaufbau der Häuser hat zweite Priorität. Die Menschen in den abgelegenen Dörfern haben sich gegenseitig geholfen und mit den Wellblechdächern und Holzbalken der zerstörten Häuser Schutzhütten gebaut. Im Moment brauchen sie vor allem Planen, damit die Hütten dann auch dem Monsun standhalten.

In den ländlichen Gebieten gibt es im Moment noch keine Nahrungsmittelknappheit. Allerdings wurde das Saatgut zerstört. Deshalb braucht es jetzt vor allem Saatgutlieferungen, wie Mais, Hirse und Reis, und auch Zusätze zur Wasserreinigung, damit die Ernährung der Bauern weiterhin sichergestellt ist.

Text: Katja Remane, Kommunikationsverantwortliche Westschweiz
Foto: Caritas Schweiz

 

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