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El Niño - Auswirkungen sind noch lange zu spüren

Dürrekrise in Äthiopien - Mediendienst 1/2017

2016 erlebte Äthiopien die schlimmste Dürrekatastrophe seit 50 Jahren. Die durch das Wetterphänomen El Niño verursachten Extreme wie Hitzeperioden und sintflutartige Regenfälle zerstörten bestellte Felder, liessen Wasserquellen versiegen und Tiere verenden.

Die schlimmsten Zeiten der aktuellen Dürre, die durch El Niño ausgelöst wurde, scheinen in einigen Gegenden des Landes überwunden. Es dauert jedoch mehrere Jahre, bis sich Menschen von der Klimakatastrophe erholen und Herden wieder ihre ursprüngliche Grösse erreichen werden. Ausgezehrte und geschwächte Tiere bringen vorerst weniger Junge zur Welt als bisher. Auch die Milchproduktion ist reduziert. Beides wirkt sich nachteilig auf die Ernährungslage der Menschen aus: Unterernährte Tiere erzielen auf dem Markt einen geringeren Preis. Zudem haben die Familien weniger Tiere, die sie im Notfall verkaufen und dadurch Nahrung oder Saatgut erwerben können. Gleichzeitig stiegen die Preise für Grundnahrungsmittel auf den lokalen Märkten um nahezu ein Drittel im Vergleich der letzten fünf Jahre. Gerade die von Armut betroffenen Menschen in ländlichen Regionen, die beinahe alles durch die Dürre verloren haben, spüren deren Auswirkungen am deutlichsten und brauchen viel länger, um sich davon zu erholen.

Regen nach der Dürre

Die Zeichen in Äthiopien deuten einerseits auf eine Verbesserung der Lage hin: Die Regenfälle im Sommer und Herbst brachten teilweise im Norden und Westen des Landes eine Erholung der Weideflächen und der Ernteerträge mit sich. Die Situation scheint sich vor allem in den Gebieten zu bessern, in denen die Menschen seit Oktober die Meher-Ernte einbringen konnten. Auch wird davon ausgegangen, dass die saisonalen Sapie-Regenfälle im Januar, ebenso wie die Belg und Gu-Regenfälle zwischen März und Mai 2017, normal ausfallen werden. Nichts desto trotz leiden nach wie vor viele Menschen in den östlichen Teilen von Oromia, Amhara und Tigray sowie im Süden der Afar-Region und im Norden der Somali-Region unter den Auswirkungen der schweren Dürrekrise.

La Niña wirft seine Schatten voraus

Im Süden und Südosten kündigt sich bereits eine neue Dürre an: Wenngleich es bislang keine offizielle Bestätigung über La Niña gibt, führten die verspäteten und spärlich ausgefallenen Hagayya-Regenfälle (üblicherweise Oktober bis Dezember) in der Region Oromia bereits zu strukturellem Wassermangel und einer Verknappung der Weideflächen. Nur ein Viertel der üblichen Regenmenge erreichte die Menschen – viel zu wenig, als dass sich die Wasservorräte und Weidegründe hätten regenerieren können. Die Aussichten auf eine Ernte sind sehr gering. Weite Teile des Südens wurden für die Zeit von Februar bis März 2017 als kritisch eingestuft. Die Auswirkungen des Wassermangels auf die Ernährungssituation von Menschen und Tieren sind katastrophal – Hunger und Durst werden zunehmend schlimmer. Die ersten Tiere verenden bereits. Die prekäre Lage wird vermutlich bis März 2017 anhalten, bis die nächste Regenzeit kommt, sollte die internationale Gemeinschaft nicht auch in den neu betroffenen Gebieten aktiv werden.

Üblicherweise tritt La Niña von November bis März auf und führt zu trockeneren Bedingungen. Sollte La Niña Anfang 2017 ihre Wirkung entfalten, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass wiederum die gleichen Regionen, die bereits stark von Dürre und Fluten durch El Niño gekennzeichnet wurden, erneut betroffen sein werden. Ausbleibende Regenfälle würden verminderte Ernten zur Folge haben. Die ohnehin geschwächten Kapazitäten der Menschen, die Auswirkungen der Klimakrise aus eigener Kraft zu bewältigen, würden enorm strapaziert werden. Noch mehr Menschen würden auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Die Auswirkungen der prekären Nahrungssituation und der Preisanstiege wären dann bis 2018 zu spüren sein.

Caritas Schweiz leistet seit Herbst 2015 in von El Niño betroffenen Gebieten Hilfe – insbesondere in den Bereichen Trinkwasser, Nahrung und Sicherung der Lebensgrundlage. Im Herbst 2016 weitete Caritas Schweiz die Hilfe auch auf Gebiete im Süden aus, die bereits stark unter der Dürre leiden und möglicherweise durch La Niña betroffen sein werden. Caritas ist bestrebt, die Hilfe weiterhin auszubauen. 

 

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