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Eine syrische Geschichte

Steve Swope, Mitarbeiter der amerikanischen Caritas CRS, traf in Athen eine junge Mutter aus Syrien mit ihren sechs Kindern. Ihr ehemals sicheres, behütetes Leben liegt in Scherben, der Mann ist tot, das Zuhause gibt es nicht mehr. Eine Geschichte, wie sie normal ist für die heutige Zeit.

Bei einer Balkanreise traf ich Hiat, eine junge Frau in den Dreissigern. Hiat hat sechs Kinder, und sie ist eine von Millionen Menschen, die während des fünfjährigen Krieges aus Syrien floh.

Ihr verstorbener Mann ist einer von Zehntausenden zivilen Opfern, die dieser Krieg bisher forderte.

Ich traf Hiat in Athen, wo ich mit der amerikanischen Caritas CRS unterwegs war. „Meine Kinder sind noch so klein, sie haben überhaupt nichts falsch gemacht. Warum sollen sie sterben?“, fragte sie mich, nachdem sie mir ihre Geschichte erzählt hatte. Wie bei allen Müttern auf dieser Welt, ist ihre grösste Sorge immer die Angst um die Kinder. Sie sagt, sie würde lieber sterben als zu sehen, dass ihnen etwas passiere.

Hiat war in einem Hotel untergekommen, das Caritas für die Flüchtlinge bereitgestellt hat. Sie ist eine hübsche Frau mit einem herzlichen Lächeln, was ich aber nur in flüchtigen Momenten sehen konnte. Während unseres Gesprächs wirkte Hiat erschöpft und ängstlich.

Ich will Hiats Geschichte erzählen, weil ich glaube, dass so bewusster wird, wie das Leben der syrischen Flüchtlinge vor dem Krieg war und was jetzt hinter ihnen liegt. Hiat ist eine Mutter auf der Flucht. Hiat ist eine Frau, die noch vor wenigen Jahren einen Mann, ein Heim und eine Zukunft hatte. Vor dem Krieg lebte sie mit ihrer Familie in der syrischen Stadt Hama. Ihnen ging es gut, sie lebten in ruhigen, bürgerlichen Verhältnissen. Muhhamad, der älteste Sohn, ging zur Schule, machte Hausaufgaben, spielte Tennis und Fussball.

Doch die Lage änderte sich, als der Krieg begann. Hama liegt nördlich von Homs, wo die stärksten Angriffe stattfanden. Nach dem Tod ihres Mannes beschloss Hiat, Syrien zu verlassen. Sie erzählt, dass es durch den Krieg immer weniger Möglichkeiten gab, sich Essen zu beschaffen und das die Leute hungerten. Die Gesellschaft und die Strukturen seien genauso zerstört worden, wie die Städte und Dörfer um sie herum.

Durch Europa zu reisen, ist für Frauen ohne männliche Begleitung nicht nur schwierig, es kann auch gefährlich sein. Hiat habe gehört, dass einige Schmuggler den Flüchtlingen Unsummen für billige Bustickets abgeknöpft haben. Und sie hatte Angst, dass ihre Kinder die Flucht nicht überleben würden.

Über die Caritas bekamen Hiat und ihre Kinder eine warme und sichere Unterkunft in Athen und Mahlzeiten. Sie wurde auch rechtlich und zu ihrer Weiterreise beraten. Doch trotz der Unterstützung hat Hiat noch einen weiten Weg vor sich.

Text: Steve Swope, CRS / Bild: Steve Swope, CRS

 

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