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Eine Familie voller Hoffnung

Sie sind Künstler. Sie leben inmitten der Ruinen der Altstadt von Homs und schöpfen ihre ganze Hoffnung aus den Begabungen ihrer Kinder.

Die zwölfjährige Nour Ghozam und ihre Familie gehören zu denen, die wieder in das Altstadtquartier, in dem sie früher lebten, zurückkehrten. In ihr altes Haus konnten sie nicht mehr einziehen, es war zerstört.

Jetzt wohnen sie in der vierten Etage eines Wohnhauses, das in einem besseren Zustand ist als die zerbombten Häuser in der Nachbarschaft. Die Miete ist günstig und der Besitzer hat ihnen sogar einige Möbel überlassen – glücklich darüber, dass die Wohnung wieder belegt ist.
 

Begabte Kinder

In einem der Zimmer, eisig kalt ist es dort, steht ein Piano. Rafi (18), der grosse Bruder von Nour, ist ein begabter Pianist und wie Nour, die eine schöne Stimme hat und Gedichte schreibt, der Stolz der Familie. Gemeinsam tragen sie ein paar Musikstücke vor. Rafi am Piano, Vater Houssam spielt Oud und Nour singt. Die Texte stammen von Mutter Rita. Im Viertel bricht langsam die Nacht an, weiches Licht erhellt den Raum und die Musik lässt die Ruinen des Krieges vergessen. Tod, Zerstörung, in alle Winde zerstreute Familien, Kälte, Entbehrungen, die ungewisse Zukunft – all die Fragen und Ängste scheinen sich aufzulösen, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.

Aber Musik vermag die Familie nicht zu ernähren. 2011 flüchtete sie in die Nachbarstadt Mashta-al-Helou. Hier hatten viele Kriegsvertriebene aus Homs und Aleppo Zuflucht gesucht. Houssam ist ein erfahrener Koch und hatte immer Arbeit gefunden. Die Kinder gingen zur Schule, irgendwie kam man zurecht. Nach vier Jahren, als die Regierung Homs zurückerobert hatte, fand der Vater Arbeit in einem der Restaurants, in denen er früher tätig war. Die Familie folgte ihm wenige Monate später an ihren alten Wohnort. «Mit fremder Hilfe kommen wir gerade so über die Runden», erzählt Houssam. «Vor dem Krieg arbeitete ich in zwei Restaurants. Wir hatten ein Haus und kamen gut zurecht.»

Die Hoffnungen der Familie sind gross, ihre Kinder begabt. Rafi, das junge Pianotalent, träumt von einer Ausbildung zum Pianisten im Ausland. Nour dagegen ist bodenständiger: «Ich habe in Homs einige Freunde von früher wiedergefunden. Früher lebten wir mit der ganzen Familie hier im Quartier, doch jetzt sind die einen hier, die anderen dort, viele sind auch im Ausland. Ich bin immer so gern zu meinen Cousinen gegangen. Meine grosse Familie fehlt mir sehr.» 

Bild oben: Mit Wehmut denkt Nour Ghozam an ihre Cousinen und Cousins, die früher im gleichen Quartier lebten. Heute sind sie irgendwo anders in Syrien oder im Ausland. (c) Alexandra Wey/Caritas Schweiz

Bild unten: Nour Ghozam und ihre Familie in der Wohnung, die er bei seiner Rückkehr nach Homs fand. Ihre eigene Wohnung wurde im Krieg zerstört. (c) Alexandra Wey/Caritas Schweiz

Text: Fabrice Boulé, Verantwortlicher Kommunikation Suisse Romande, Caritas Schweiz
 

 

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