Eine bessere Zukunft dank Käse, Joghurt und Ghee

Es ist nicht einfach, im jordanischen Irbid ein sicheres Einkommen zu erzielen – und besonders schwierig ist es für die Frauen. Die Milchverarbeitung bietet ihnen eine gute Chance, sich eine bessere Zukunft aufzubauen. Die Caritas hilft ihnen dabei.

Blog Syrien: Eine bessere Zukunft dank Käse, Joghurt und Ghee Es ist ein schöner Donnerstagmorgen in der jordanischen Kleinstadt Al-Husun. Voller Vorfreude sind zwanzig Frauen – zehn Syrerinnen und zehn Jordanierinnen – unterwegs zu einem einwöchigen Kurs. Ob Musliminnen oder Christinnen, ob mit oder ohne Hijab, ob aus Syrien oder Jordanien – das alles spielt keine Rolle. Die Frauen haben ein gemeinsames Ziel: mehr über Milchverarbeitung zu erfahren und so ihr Einkommen zu verbessern. Das Einzige, worauf es ankommt, ist ihre Lernbereitschaft. Die Frauen sind engagiert, voller Energie und hoffnungsvoll. 

Neue Perspektiven für syrische Flüchtlingsfrauen und armutsbetroffene Jordanierinnen

Angesichts des Kontexts überrascht dies nicht: Al-Husun liegt in Irbid, einem Gouvernement mit einer grossen Anzahl syrischer Flüchtlinge. Zwar gelten 69 % der Haushalte in Irbid als sehr oder extrem arm, dennoch beherbergt das Gouvernement etwa 139’900 syrische Flüchtlinge. Die meisten von ihnen sind noch immer stark auf nationale und internationale Unterstützung angewiesen, besonders die Frauen, deren Zugang zum Arbeitsmarkt aufgrund von sozialen und rechtlichen Hürden eingeschränkt ist. 

Die Menschen in Irbid, ob syrisch oder jordanisch, haben mit Lebensmittelunsicherheit, unhygienischen Unterkünften und einer hohen Arbeitslosenrate zu kämpfen. Obwohl Irbid für Käse, Joghurt und andere Milchprodukte bekannt ist, leben viele Produzentinnen – die Mehrheit sind jordanische Frauen – unter der jordanischen Armutsgrenze. Es fehlt an Wissen über effiziente Produktionsmethoden, Vermarktung und Hygiene. Der von der Caritas organisierte Kurs zur Milchverarbeitung, zu dem die Frauen unterwegs sind, gibt ihnen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Blog Syrien: Eine bessere Zukunft dank Käse, Joghurt und Ghee Gut ausgebildete Angestellte und Kleinunternehmerinnen

Das Projekt, von dem die Frauen profitieren, möchte die Lebensbedingungen von Flüchtlingsfrauen und von Frauen der Aufnahmegesellschaft verbessern und ihre Resilienz stärken. Mit der Förderung der Milchverarbeitung sollen die Frauen in den Arbeitsmarkt integriert werden und eine nachhaltige Einkommensquelle für ihre Familien aufbauen können. 

Sechzig Frauen aus armutsbetroffenen Haushalten nehmen an dem Projekt teil. Sie erhalten bei jedem Schritt Unterstützung: Material und Infrastruktur wird ihnen zur Verfügung gestellt, Wissen vermittelt und Kontakte zu lokalen Märkten für den Produktverkauf geknüpft. Als Erstes wird den Frauen in einer intensiven Schulung praktisches und theoretisches Wissen vermittelt. An jeder Schulung nehmen nicht mehr als zwanzig Frauen teil, damit alle gut betreut sind und sich aktiv beteiligen können. Anschliessend erhalten dreissig der sechzig Frauen eine Ausrüstung wie Kühlschränke, Herde oder Thermometer, um die Heimproduktion auf- oder auszubauen. Die anderen dreissig geschulten Frauen, die keine Heimproduktion haben und weniger am Aufbau eines eigenen Geschäfts interessiert sind, unterstützt die Caritas dabei, Arbeit in der Milchverarbeitungsbranche der Region zu finden.

Blog Syrien: Eine bessere Zukunft dank Käse, Joghurt und Ghee Gut gerüstet für die Zukunft

Die zwanzig Frauen, die am besagten Donnerstag zum Kurs unterwegs waren, freuten sich nach Kursende. Eine Woche hatten sie aktiv teilgenommen, Fragen gestellt, Hand angelegt und sich gegenseitig geholfen. Sie waren begeistert und betonten, was für eine ausserordentliche Gelegenheit der Kurs bedeutete: «Wir haben viel gelernt!», meinte eine der Frauen. Sie fuhr fort: «Ich denke, dass ich durch Ihre Hilfe nun in der Lage bin, gleichzeitig etwas für mich als Frau zu tun sowie für meine Familie zu sorgen.» Viele Frauen betonten, dass das Schulungsprogramm und die Unterstützung viel bewirkten. «Es ist wichtig», sagten sie, «dass Frauen im Allgemeinen und armutsbetroffene im Besonderen, Unterstützung erhalten. So können sie eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien aufbauen.»

Text und Bilder: May Haghour, Programmmitarbeiterin Syrienkrise, Caritas Schweiz, Amman, Jordanien

 

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