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Ein Zentrum für alle

Richtige Besprechungsräume, ein Spielzimmer und Zugang für alle: Willkommen im neuen Sozialzentrum für Flüchtlinge der Caritas Hellas in Athen!

Die alleinreisende Mutter aus Syrien ist aufgewühlt: Sie ist seit einigen Wochen in Athen und versteht das Asylverfahren nicht. In einem hellen Raum erklärt ihr ein Anwalt das weitere Vorgehen. Um ihre drei Jungs muss sie sich währenddessen keine Sorgen machen: die spielen mit Altersgenossen friedlich im Spielzimmer nebenan. Möglich macht das das neue Sozialzentrum für Flüchtlinge und Migrantinnen, das unsere griechische Partnerorganisation, Caritas Hellas, Ende Juni in Athen eröffnen konnte.

Das Sozialzentrum hilft Flüchtlingen, sich besser in Griechenland zurechtzufinden, leistet moralische Unterstützung und berät sie im griechischen Asylverfahren, der Familienzusammenführung oder der Umsiedlung in andere EU-Staaten. Flüchtlinge können Rechtsauskünfte einholen, Sprachkurse besuchen oder in praktischen Kursen den griechischen Alltag kennenlernen. Manchmal sucht jemand auch einfach einen Gesprächspartner, um über das Erlebte zu reden oder die Sorgen um die daheimgebliebenen Familienmitglieder mit jemandem zu teilen.

Neben Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern arbeiten auch Anwälte, Psychologinnen, Übersetzer und Kinderbetreuerinnen im Zentrum. Alle schätzen sie es sehr, dass sie dank dem neuen Sozialzentrum die Menschen professioneller und effizienter unterstützen können.

«Das Sozialzentrum war dringend nötig», sagt Mandy Zeckra, Programmverantwortliche für die Syrienkrise bei Caritas Schweiz. Vorher waren die Sozialen Dienste in der von Caritas in Athen geführten Flüchtlingsunterkunft untergebracht. Schnell wurde da das Schlaf- zum Wohn- und das Wohn- zum Beratungszimmer. Gerade für Familien ist das nicht einfach. Bis der griechische Staat entsprechende Kapazitäten in den Schulen geschaffen hat, können Flüchtlingskinder keine Schule besuchen. Sie verbringen oft den ganzen Tag in den gleichen vier Wänden. So bietet das neue, ausgelagerte Sozialzentrum auch eine willkommene Abwechslung.

Das Zentrum steht allen offen, die Hilfe brauchen. «Mit dem neuen Sozialzentrum können endlich noch mehr Flüchtlinge und Migrantinnen vom Angebot der Sozialen Dienste profitieren – unabhängig von ihrem Rechtsstatus und unabhängig davon, wo sie untergebracht sind», sagt Mandy Zeckra. Damit ist ein weiterer kleiner Baustein gelegt auf dem Weg zu einem langfristig menschenwürdigen Umgang mit geflüchteten Menschen in Griechenland, deren Schicksal von politischen Entscheidungen abhängt, auf die sie keinen Einfluss haben.

 

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