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Ein Stück Normalität für nepalesische Kinder

Schulwiederaufbau-Projekt der Caritas Schweiz in Nepal - Mediendienst 3/2017

Nach dem verheerenden Erdbeben im April 2015 lag Nepal in Schutt und Trümmern. 7900 Schulen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Fast zwei Jahre später sieht man vielerorts noch immer Ziegelreste, wo einst Schulen standen. Der nepalesischen Regierung fehlen die Mittel, alle Schulen zu sanieren oder wiederaufzubauen. Caritas Schweiz unterstützt den Wiederaufbau von Schulen für 6000 Kinder im besonders schwer betroffenen Distrikt Sindhupalchok. Ende Februar wurden die ersten Schulen an die Gemeinden übergeben und den Schulkindern damit ein Stück Normalität zurückgegeben.

Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal. Mehr als 9000 Menschen verloren ihr Leben, 700 000 Häuser und Gebäude wurden zerstört. Der Schulsektor war mit über 7900 zerstörten Schulen besonders stark betroffen. Tausende von Kindern konnten von einem auf den anderen Tag nicht mehr in die Schule gehen. Das hat vor allem benachteiligte Kinder in ländlichen Gebieten hart getroffen – denn für sie ist die Bildung der einzige Ausweg aus der Armut.

Nur ein Bruchteil der Schulen wiederaufgebaut

Fast zwei Jahre nach dem Erdbeben ist das Land noch immer weit weg vom Normalzustand. Die nepalesische Regierung hatte sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von drei Jahren alle betroffenen Schulen zu sanieren oder wiederaufzubauen. Bis jetzt sind allerdings nur knapp 1000 Schulen wieder funktionsfähig. Laut einem Bericht der Kathmandu Post vom 17. Februar ist der Wiederaufbau von über 4000 Schulen nicht gesichert – internationale Unterstützung wird dringend benötigt. Entscheidend ist nicht nur, dass Schulen wiederaufgebaut werden, sondern auch wie dies geschieht. In der Vergangenheit wurden Schulen oft in schlechter Qualität rasch wiederaufgebaut. Doch gerade in Nepal, das oft von Erdbeben, Erdrutschen oder Überschwemmungen heimgesucht wird, müssen Schulgebäude stabil konstruiert sein, was hohe Kosten verursacht.

Erdbebensichere Schulen der Caritas Schweiz

Caritas Schweiz baut mit Unterstützung der Glückskette 31 erdbebensichere und kinderfreundliche Schulen in sechs Gemeinden im Sindhupalchok wieder auf. Helvetas Swiss Intercoporation sorgt dafür, dass jede Schule über sauberes Trinkwasser verfügt. Mit individuell angepassten Bauplänen wird sichergestellt, dass die neuen Schulen Erdbeben von grösserer Stärke als jenes im April 2015 standhalten.  Da sich die meisten Schulen auf stark abfallenden Hängen befinden, sind zudem Sicherheitsvorkehrungen wie beispielsweise Schutzwände besonders wichtig. Gleichzeitig soll die Schule aber auch ein Ort sein, in dem sich Kinder wohl fühlen und zum Lernen animiert werden. Statt kleinen und dunklen Räumen, die typisch für Nepals Schulen sind, setzt Caritas Schweiz auf grosse und helle Klassenzimmer mit modernem Mobiliar. Die ersten Schulen wurden im Februar fertiggestellt und geben so den Schulkindern die lang ersehnte Normalität zurück – der Schulunterricht kann in sicheren Gebäuden fortgesetzt werden.

«Aus der Hoffnung wurde Realität»

Der 23. Februar dieses Jahres war ein ganz besonderer Tag für die 150 Schüler und Schülerinnen der Palchok-Hauptschule. An diesem Tag wurde ihre neue Schule eingeweiht. Endlich gibt es wieder Unterricht in einem richtigen Klassenzimmer anstatt in Blechhütten – aus Hoffnung wurde Realität. Caritas-Direktor Hugo Fasel und Mariangela Wallimann-Bornatico, Präsidentin der Caritas Schweiz, übergaben die Schulschlüssel feierlich an den Schuldirektor. Auch Tony Burgener, Direktor der Glückskette, wohnte der Schuleinweihung bei und zeigte sich erfreut über das Resultat: «Es ist schön, dass die Schule in so kurzer Zeit fertig geworden ist. Sie ist ein Musterbeispiel für die Hilfe, die wir leisten können.»

 

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