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Die positive Rolle der Migration

Die Plattform Migration und Entwicklung - Mediendienst 7/2017

Der positive Beitrag der Migration zur Erreichung der Nachhaltigkeitsagenda 2030 ist markant. Über Migration wird aber auch viel Negatives berichtet und polemisiert. Seit Anfang 2016 gibt es in der Schweiz eine Plattform, welche zum Ziel hat, die positive Rolle der Migration bei der Erreichung der Entwicklungsziele zu thematisieren.

Mehr als 250 Millionen Menschen gelten als internationale Migranten, 15 Millionen Menschen als anerkannte Flüchtlinge. Mehr als 220 Millionen sind im Arbeitsmarkt in den Zielländern integriert. Zudem senden sie jährlich 500 Milliarden US-Dollar in ihre Heimatländer zurück, wodurch auch diese in ihrer Entwicklung gefördert werden.

Der Beitrag von Migranten zur Erreichung der Nachhaltigkeitsagenda 2030 ist markant, ihre Rolle ist in mehr als zehn Unterzielen festgehalten. Hierbei sollen Migranten – unabhängig von ihrem Status und ihrer Situation – besser vor Ausbeutung und im Transit geschützt werden. Der Staatengemeinschaft fällt hier eine besondere Rolle zu. Im Ziel 10.7 werden Staaten deshalb aufgefordert, Migration und Mobilität besser zu handhaben. Die aktuelle Polemik um Migration erschwert diese Aufgabe jedoch. Noch 2015 hatte die weltweite Öffentlichkeit –  mit Ausnahme von Europa –  ein positives Bild von Migration. Globalisierung, erzwungene Migration und Fremdenangst verändern aber den politischen Kontext laufend. In diesem Umfeld agiert eine nationale Plattform, welche zum Ziel hat, die positive Rolle der Migration zur Erreichung der Entwicklungsziele in den Vordergrund zu rücken. Dieser Bereich wird in der Fachsprache kurz «Migration und Entwicklung» genannt. 

Ziele und Aktivitäten

Die Plattform Migration und Entwicklung der Schweizer Zivilgesellschaft fördert den Austausch unter den verschiedenen Schweizer Akteuren aus der Entwicklungszusammenarbeit, der Migration, den Hochschulen und den Diaspora-Organisationen. Sie wurde 2015 als Mandat der DEZA von Caritas Schweiz und Helvetas Swiss Intercooperation gegründet. Sie verfügt über ein kleines Sekretariat, wird von einer Kerngruppe unterstützt und arbeitet mit rund 20 bis 30 aktiven Vertretern der zurzeit 70 Mitgliedsorganisationen sowie mit strategischen Partnern und Behörden zusammen. Die Plattform verfügt über thematische Arbeitsgruppen, dies ermöglicht den Erfahrungsaustausch zwischen Mitgliedern. Sie veranstaltet Weiterbildungen und thematische Workshops und baut ein partizipatives Netzwerk, auch mit Teilnahme der Diaspora auf. Sie schaltet sich in den internationalen Politikdialog ein, insbesondere im Rahmen des Globalen Forums für Migration und Entwicklung (GFMD). Als Info-Portal pflegt sie eine englischsprachige Website und ist auf den sozialen Medien und mit einer Serie von Videos zu aktuellen Themen und Anlässen auf YouTube unter dem Namen «mdplatform.ch» vertreten.

Erste thematische Schwerpunkte

2016, das heisst im ersten Jahr, bildeten sich auf der Plattform Arbeitsgruppen zu Querschnittsthemen heraus, so zu den Themen «Förderung von Kapazitäten und Knowhow in der Thematik Migration und Entwicklung», «psychosoziale Herausforderungen von Migranten» und «Kommunikation mit den verschiedenen Akteurgruppen, insbesondere der Diaspora». Des Weiteren bestehen eine Arbeitsgruppe, welche sich dem Sammeln und der Präsentation von guten Erfahrungen und Projekten widmet, und eine, die sich um ein Register spezifischer Expertinnen und Praktiker kümmert. Eine weitere Arbeitsgruppe erarbeitet Beiträge und Positionen für den internationalen und nationalen Politikdialog und organisiert den Austausch zwischen nationalen Plattformen anderer Länder.

Aktuelle und künftige Ausrichtung

Im aktuellen zweiten Jahr seit der Gründung steht der Beitrag zum internationalen Politikdialog zu Migration und Entwicklung im Vordergrund. Passend zu diesem Thema haben die Mitglieder der Plattform einen Empfehlungskatalog erarbeitet, welcher auf der Nachhaltigkeitsagenda 2030 basiert. Im Kern geht es dabei um den Schutz von Migrantinnen und Migranten (Einhaltung von Menschenrechten, Ursachenbekämpfung im Bereich Xenophobie), die Erarbeitung und Einhaltung von fairen Bedingungen im Arbeitsmarkt, sowie die Unterstützung der Diaspora, damit sie als Entwicklungsakteure mehr Wirkung erzeugen können.

Die Plattform ist in der Wachstumsphase und neue Mitglieder stossen laufend dazu. Im kommenden Jahr wird der inhaltliche Erfahrungsaustausch wieder an Gewicht zunehmen. Im aktuellen Umfeld in der Schweiz wird sich die Plattform auch zunehmend mit Entwicklungsansätzen im Bereich der freiwilligen Rückkehr auseinandersetzen müssen.

 

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