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Die grosse Enttäuschung

«Hätte ich doch zuhause bleiben können», seufzt der 15-jährige Mahamadou, der Conakry in Guinea vor 3 Jahren verlassen hat. «Es ist so hart. Und woanders wird es nicht besser sein.» 12 Jahre war er alt, als er seine Heimat verliess. Auf der Flucht arbeitete er in den Minen von Mosambik, dann auf dem Bau in Äquatorialguinea, bevor er in Libyen die Hölle kennenlernte. Er landete im Gefängnis, musste sich gegen Lösegeld freikaufen und landete schliesslich auf einem seeuntauglichen Boot, das voll Wasser lief und fast kenterte. Er hatte gehofft, rasch durch die Schweiz nach Deutschland weiterreisen zu können. Nun ist die grosse Enttäuschung da.

Seit einigen Tagen kommt Mahamadou in den Räumlichkeiten der Kirchgemeinde Rebbio unter. Er ist einer der über 60 Schützlinge von Don Giusto Della Valle. Seit Monaten tut der Pfarrer mit der Unterstützung von Caritas Como alles, damit die Jugendlichen nicht auf der Strasse stehen.

Mahamadou ist der einzige der Geflüchteten, der sich fotografieren liess. «Ich habe nichts zu verbergen», sagt er ruhig. Diese Sicherheit hat er sich in den letzten drei Jahren angeeignet, weit weg von seiner Familie, seit dem zwölften Lebensjahr Schleppern ausgeliefert und schlimmsten Arbeitsbedingungen. Ohne Angehörige in Europa hat er keine Aussicht auf Familienzusammenführung. In seinen Augen blitzt der ungebrochene Wille auf, die Schweizer Grenze zu überqueren - mit allen Mitteln.

Text: Fabrice Boulé, Caritas Schweiz
Bildnachweis: Reto Albertalli/phovea

 

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