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«Die Angst fuhr in meine Beine und Füsse»

Auch wenn sich die Lage in Aleppo während der letzten Zeit etwas beruhigt hat und die Menschen langsam zurückkehren, ist ihre Leidenszeit noch lange nicht vorbei. Die Vorher-/Nachher-Kluft ist gewaltig, an vielen Orten steht kein Stein mehr auf dem anderen. Den meisten Menschen fehlt es an Notwendigstem wie Trinkwasser oder Brennstoff.

Ende November 2016 eroberten Regierungstruppen die östlichen Stadtteile von Aleppo zurück. In der Folge konnten viele Menschen aus nahezu unbewohnbaren Flüchtlingsunterkünften in ihre – meist ebenfalls nahezu unbewohnbaren – Häuser zurückkehren. Dabei sah sich ein Grossteil der Menschen mit der Tatsache konfrontiert, dass ihr Hab und Gut während ihrer Abwesenheit Plünderern zum Opfer gefallen war. Doch noch viel schwerer dürfte bei vielen der Verlust von ihren überwiegend männlichen Angehörigen gewogen haben.

Ein Mann, der die Kampfhandlungen überlebt hat, ist der 69-jährige Abdel-Fattah Anbar. Eines Tages musste er mit seiner Familie von Jabal Badro in Ost-Aleppo nach Shaar umziehen. «An jenem Tag spitzten sich die Kämpfe zu. Die Angst fuhr in meine Beine und Füsse, sodass ich nicht mehr stehen konnte», sagt Abdel-Fattah. Seit diesem Moment sitzt er im Rollstuhl. Als die Familie wieder in ihr ehemaliges Wohnquartier Jabal Badro zurückkehren konnte, musste sie feststellen, dass von ihrem alten Leben nichts übriggeblieben war. Sie fand zwar im ebenfalls stark beschädigten Haus eines Verwandten Zuflucht, Strom und Wasser sind jedoch bis heute kaum bezahlbare Mangelware. Auch die Arzneimittel, auf die Abdel-Fattah und seine Frau wegen chronischer Krankheiten dringend angewiesen wären, fallen der angespannten finanziellen Lage anheim.

In dieser dunklen und ausweglos scheinenden Zeit ist die Unterstützung von Hilfsorganisationen ein Lichtblick für Betroffene. Caritas Schweiz leistet bereits seit Anfang der Syrienkrise in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern Nothilfe. Diese wird an die individuelle Situation der Familien angepasst und umfasst Nahrungs- und Kleidergutscheine oder auch Beteiligung an den Wohn- und Medizinkosten.

Text: Stefanie Egli, Caritas Schweiz / Bild: Ost-Aleppo, Februar 2017. (c) Caritas Internationalis

 

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