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Auf der Strasse gelandet

Als Katerina* aus dem Kanton Schwyz schwanger war, verlor sie innerhalb von drei Monaten den Partner, das Zuhause und ihren Job. Sie landete auf der Strasse. Dass sie einen neuen Job gefunden hat, ist ein grosses Glück für sie, denn dadurch ist sie nicht vom Sozialamt abhängig.

«Ich bin seit der Geburt meiner Tochter Zuzana* vor zwei Jahren alleinerziehend. Ich habe noch einen erwachsenen Sohn, der in Tschechien lebt. Denn da komme ich her. In der Schweiz wohnte ich zwei Jahre mit einem Mann zusammen, der mich aber verliess, als ich mit Zuzana schwanger war. Er wollte keine Kinder. Ich arbeitete damals im Betrieb seiner Familie, und wir lebten im gleichen Haus. So kam es, dass ich innerhalb von drei Monaten meinen Partner, meine Arbeit und die Wohnung verlor. Mir wurde dann auch noch der Lohn für mehrere Monate nicht ausgezahlt, und ich landete auf der Strasse. Gesundheitlich war ich angeschlagen, und ich machte mir grosse Sorgen um das Baby und fragte mich dauernd, ob es gesund zur Welt kommen würde und wie es mit uns weitergeht.

Das Sozialamt hat mir dann ein Zimmer vermittelt, aber ich hatte kaum Geld und konnte mir nicht mal genügend zu Essen kaufen, es kamen Rechnungen, die ich nicht bezahlen konnte und dann letztendlich auch Betreibungen. Eine Kollegin brachte mir ab und zu etwas zu Essen vorbei. Als ich im fünften Monat war, habe ich dann endlich eine Wohnung gefunden und wurde vom Sozialamt unterstützt. Im Juli 2013 kam Zuzana auf die Welt, und ich war wirklich überglücklich. Doch die finanziellen Sorgen waren immer noch da, denn der Vater von Zuzana meldete sich nicht und war auch nicht aufzufinden. Alimente erhalte ich bis heute keine.

Leider gibt es in unserer Gemeinde keine Kinderbetreuung für kleinere Kinder. Erst im nächsten Dorf hat es eine Einrichtung, aber die ist einfach zu teuer. Lange habe ich nach einem Job gesucht, während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Aber es war aussichtslos. Seit Januar habe ich nun endlich eine Stelle, die sich mit Zuzana und unserem Alltag vereinbaren lässt und mir ermöglicht, etwas Zeit mit meiner Tochter zu verbringen und sie beim Aufwachsen zu begleiten. Es gibt immer wieder Momente wo ich denke, ich schaffe das nicht mehr. Doch ein Lächeln des eigenen Kindes ist die beste Belohnung für eine Mutter oder einen Vater. Ich bin jetzt überglücklich und versuche, unseren Alltag so gut es geht zu meistern. Während ich arbeite, betreut ein Au-pair-Mädchen meine Tochter. Wir wohnen mit ihr zusammen in unserer 2-Zimmer-Wohnung. Ich hätte Zuzana lieber in die Krippe gegeben, aber es geht ja leider nicht.

Ich würde mir wünschen, dass es in der Schweiz bessere Kinderbetreuungsangebote gibt. Auch solche, die sich mit meinem Job, ich arbeite im Service, vereinbaren lassen. Oft komme ich erst nachts nach Hause und habe nur einen Tag in der Woche frei und das bei einem Lohn von 3160 Franken. Doch ich bin sehr dankbar für die Stelle, denn es ist für mich eine echte Chance, auf eigenen Beinen zu stehen und nicht vom Sozialamt abhängig zu sein.

Ich wünsche mir so sehr, dass meine Kinder eine sichere Zukunft haben, ob da in der Schweiz oder in Tschechien. Ich fühle mich sehr wohl hier und wünsche mir selbst Gesundheit und eine gute Ausbildung, Mehr nicht.»

Katerina, 37 Jahre, aus dem Kanton Schwyz (*Namen von der Redaktion geändert)

Text: Caritas Schweiz
Bild: Caritas Schweiz

 

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