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Auf dem Weg zu einem globalen Migrations-Pakt

Migration und Entwicklung beeinflussen sich gegenseitig - Mediendienst 6/2017

Ende Juni tagt in Berlin das Globale Forum für Migration und Entwicklung. Nächstes Jahr verabschiedet die UNO zwei globale Pakte zu Migration und Flucht. In der Arbeit von Caritas Schweiz spiegeln sich zentrale Anliegen dieser Diskussionen.

Migration und Flucht gehören zur Menschheitsgeschichte. Doch kaum zuvor erlangten die Themen die Aufmerksamkeit von heute. Laut Angaben der Vereinten Nationen werden heute 244 Millionen internationale Migrantinnen und Migranten gezählt. Davon gelten etwa 21 Millionen als internationale Flüchtlinge. Angesichts dieser Zahlen kam es im vergangenen September zum ersten Mal zu einem UN-Gipfel über Flüchtlinge und Migration in New York. Dieser resultierte in der «New Yorker Deklaration», welche die Ausarbeitung von konkreten, globalen «Pakten» zu Flucht und Migration bis im Jahr 2018 forderte.

Diese Dokumente werden nun ausgearbeitet. Während der Pakt zu «Flucht» unter der Federführung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) vorangeht, wird jener zu Migration partizipativer gestaltet.Dabei fiel es der Schweiz zu, diese Verhandlungen unter den Mitgliedsstaaten zu leiten, die schliesslich in einen «Globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration» münden sollen. Zudessen Inhalt wollen Regierungsvertretende aus aller Welt auch anlässlich der bevorstehenden Konferenz des «Globalen Forums für Migration und Entwicklung» Ende Juni in Berlin beitragen. Caritas Schweiz bringt sich durch eigene Stellungnahmen und im Rahmen der von ihr geleiteten, zivilgesellschaftlichen Plattform «Swiss Civil Society Platform on Migration and Development» aktiv in diese laufenden Verhandlungen auf nationaler und internationaler Ebene ein.

Migration und Entwicklung zusammen denken

In der Tat nimmt sich Caritas Schweiz in ihrer Arbeit im In- und Ausland zentraler Themen von Migration und Entwicklung an. Dabei sind wir uns den Wechselwirkungen beider Themen bewusst.So kann Migration eine Folge staatlicher Entwicklungsmassnahmen sein. Dies etwa, wenn Menschen aufgrund grossangelegter Infrastrukturprojekten vertrieben oder als billige Arbeitskräfte praktisch «exportiert» werden. Migration kann aber auch Entwicklung fördern. Dazu zählt der Beitrag von Migrierenden zum demografischen und wirtschaftlichen Wachstum in den Aufnahmeländern ebenso wie ihre finanziellen Rücksendungen in ihre Herkunftsorte und die Bereicherung des sozialen und kulturellen Lebens durch Erfahrungsaustausch und neue Formen des Zusammenlebens auf beiden Seiten. Schliesslich gehört Migration als integraler Bestandteil zu Entwicklung. Hier kann der mögliche Gewinn an Freiheiten und Mobilität geltend gemacht werden. In dieser Komplexität kommt der Fokus der Caritas auf armutsbetroffene, marginalisierte und besonders schutzbedürftige Gruppen zum Tragen. In der Schweiz nimmt sie etwa zu migrationspolitischen Fragen Stellung, unterstützt Asylsuchende in Zentren und mittels Rechtsberatungen und vermittelt ausländisches Pflegepersonal in Schweizer Privathaushalte. Im Ausland geht sie in Form von langfristiger Entwicklungszusammenarbeit ebenso wie durch humanitäre Hilfe die vielfältigen Ursachen und Konsequenzen von Migration an. In diesem Rahmen setzt sich Caritas Schweiz für die Prävention von Menschenhandel und gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen ein. Auf der philippinischen Ferieninsel Cebu baute sie auf Gemeindeebene Aktions-Netzwerke auf und spannte den Tourismus und Transportsektor ein, um gegen Menschenhandel vorzugehen. In so unterschiedlichen Kontexten wie Indien, Kolumbien und Griechenland trägt Caritas Schweiz zu menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migrierenden bei. In Delhi zum Beispiel bringt sie isoliert lebende Haushaltsangestellte zusammen und wirkt auf eine Verbesserung ihrer Arbeitssituationen hin. In Bogota unterstützt sie die aus den kriegsgebeutelten Regionen zugewanderten Menschen darin, in der Hauptstadt eine Arbeit und Wohnung zu finden. In Griechenland versorgt sie besonders schutzbedürftige Flüchtende mit Unterkunft und rechtlicher Unterstützung. Zusätzlich bemüht sich Caritas um Modelle, die aufzeigen, wie die finanziellen Rücküberweisungen von Migrantinnen und Migranten für selbstbestimmte und nachhaltige Entwicklungsprojekte in ihren Ursprungländern genutzt werden können.

In all diesen Beispielen geht es klar um die Einforderung grundlegender Menschenrechte – und das Pochen darauf, dass diese selbstverständlich auch für Migrierende gelten, unabhängig ihres rechtlichen Status und losgelöst vom möglichen Grund ihrer Migration. Diese Position ist auch in der Agenda2030 der UNO festgehalten, welche die Themen «Flucht und Migration» erstmals deutlich in die Zielsetzungen Globaler Entwicklung eingebracht hatte. Migration und Entwicklung beeinflussen sich gegenseitig und es geht darum, diesen Wechselwirkungen in nationaler und internationaler Politik Rechnung zu tragen. Dazu werden sich die Staaten in wenigen Tagen in Berlin beraten und deshalb laufenaktuell die Verhandlungen für einen Globalen Migrationspakt. Auch die Zivilgesellschaft ist aufgerufen,ihre Forderungen einzubringen und zur Umsetzung von Politiken beizutragen, die die Menschenund ihre Würde ins Zentrum setzen. Caritas Schweiz leistet dazu einen Beitrag.

 

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