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Angst vor Nachbeben

Rajesti Shakya war gerade in seinem Laden, als die Erde bebte. Seitdem ist er mit seiner Familie unterwegs und sucht Schlafgelegenheiten in Klostern und Tempeln. Er hat Angst vor Nachbeben und dass sein Haus doch noch zusammenstürzt.

Rajesti Shakya lebt neben den Tempeln von Patan. Er ist spezialisiert auf die Endfertigung kleiner Statuen und Figuren, die er in seinem Laden verkauft. Patan liegt fünf Kilometer von Kathmandu entfernt und ist ein der drei königlichen Städte im Kathmandutal. Die Stadt ist berühmt für ihre zahlreichen buddhistischen und hinduistischen Tempel und Baudenkmäler, die grösstenteils stark beschädigt worden sind. Im Quartier Oku Bhal, wo Rajesti lebt und arbeitet, gibt es vergleichsweise geringe Schäden, weil die Kunsthandwerker für einen guten Unterhalt ihrer Häuser besorgt sind. 

Rajesti Shakya erzählt:

„Ich hatte gerade fertig gegessen, als die Erde heftig zu beben begann. Ich war in meinem Laden und rannte in mein Haus, das von Pfeilern gestützt wird. Meine Frau und meine zwei Söhne, die 10 Jahre und 18 Monate alt sind, waren in der Wohnung im zweiten Stock. Ich habe noch nie etwas so Schlimmes erlebt. Ich werde das nicht vergessen.

Die erste Nacht übernachteten wir in einem tibetanischen Kloster. Die zweite Nacht waren dort so viele Leute, dass die Männer draussen blieben. Wir versuchten im Stehen zu schlafen und schützten uns mit einem Plastiksack auf dem Kopf gegen den Regen. Ich habe kein Auge zugetan. Die Kinder haben auf Schulbänken geschlafen. Dann sind wir in unsere Wohnung zurückgekehrt, aber es gab ein starkes Nachbeben. Jetzt schlafen wir in einem anderen tibetanischen Tempel mit vielen anderen Leuten. Wir haben furchtbare Angst bei jedem neuen Nachbeben. Experten haben unser Haus überprüft und festgestellt, dass kein Einsturz-Risiko besteht. Aber ich habe Angst zurückzukehren. Ich wage es nicht, Heute Nacht dort zu schlafen.

Glücklicherweise ereignete sich das erste Beben an einem freien Tag um 12 Uhr. Die Leute waren fertig mit dem Mittagessen und in den Strassen unterwegs und die Schulen waren geschlossen. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte es viel mehr Opfer gegeben.“

Text: Katja Remane, Mitarbeiterin Kommunikation, Caritas Schweiz 
Foto: Caritas Schweiz

 

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