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Altersvorsorge 2020 verdient Unterstützung

Rentenniveau sichern und Reformblockade durchbrechen - Mediendienst 8/2017

Am 24. September kommt die Altersvorsorge 2020 zur Abstimmung. Caritas Schweiz begrüsst insbesondere zwei Aspekte dieser Reform: Erstens sichert sie das heutige Rentenniveau, zweitens ermöglicht sie die Überwindung der langjährigen Reformblockade in der Altersvorsorge. Damit verhindert sie massive Einschnitte, die mit längerem Zuwarten unweigerlich verbunden wären. Beide Faktoren sind gerade für Personen mit tiefen Einkommen von grosser Bedeutung.

Das erklärte Ziel der Altersreform 2020 ist der Erhalt des Rentenniveaus und eine stabile Finanzierung von AHV und beruflicher Vorsorge bis ins Jahr 2030. Am 24. September kommen dazu zwei Vorlagen zur Abstimmung. Zum einen geht es um die Reformen in der AHV und im BVG, zum anderen um die Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV um 0,3 Prozent ab 2021. Die Altersreform tritt nur bei einem Ja zu beiden Vorlagen in Kraft.

Erhalt des Rentenniveaus ist wichtig für Personen mit tiefen Einkommen

Die Sicherung des Rentenniveaus und die Stabilisierung der Finanzen in der Altersvorsorge wird mit einer Kombination von Massnahmen sichergestellt. Dazu gehören unter anderem das Rentenalter 65 für die Frauen und eine leichte Erhöhung der Mehrwertsteuer für die AHV sowie die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule. Damit der tiefere Umwandlungssatz insgesamt nicht zu einer tieferen Rente führt, enthält die Reform Ausgleichsmassnahmen in der zweiten Säule selbst und eine Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken pro Monat.

Bedeutung der AHV-Renten für Renteneinkommen, Haushaltseinkommen von Paarhaushalten ab 65 Jahre

Das Säulendiagramm zeigt, wie wichtig der Erhalt des Rentenniveaus für Personen mit tiefen Einkommen ist. Denn bei diesen machen die Renten im Durchschnitt über 80 Prozent ihres Einkommens aus. Zudem geht aus dem Diagramm auch hervor, dass Personen mit tiefen Einkommen am meisten von der Stärkung der AHV profitieren können. Für sie ist die AHV-Rente mit Abstand die wichtigste Einkommensquelle, eine leichte Erhöhung von 70 Franken pro Monat kommt also diesen Menschen besonders zugute. Mit der Senkung des Koordinationsabzugs in der zweiten Säule selbst verbessert sich zudem die Altersvorsorge von Teilzeiterwerbstätigen. Dazu gehören auch viele Frauen mit tiefen Einkommen.

Reformblockade durchbrechen – massive Einschnitte verhindern

In den ersten fünfzig Jahren ihres Bestehens hat das Parlament zehn AHV-Revisionen beschlossen. Im Durchschnitt wurde also die Altersvorsorge alle fünf Jahre an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen angepasst. Seit 1997 herrscht Stillstand. Zwei Reformen sind in dieser Zeit hochkant an der Urne gescheitert, ein weiterer Reformversuch für die AHV wurde bereits im Parlament abgelehnt.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich aber unsere Gesellschaft und Wirtschaft weiterentwickelt und der Altersvorsorge stehen auch in Zukunft grössere Herausforderungen wie die demografische Entwicklung oder die Digitalisierung der Wirtschaft bevor. Damit ist auch klar, dass ein so wichtiges Sozialwerk wie die AHV nie fertig gebaut ist und auch die jetzige Reform nicht die letzte sein wird. Der von den Gegnern geäusserte Vorwurf, dass diese Reform nur bis 2030 nachhaltig sei, wirkt daher reichlich deplatziert. Immerhin übertreffen diese zehn Jahre den zwischen 1947 und 1997 üblichen Reformrhythmus bereits um das Doppelte.

Der Versuch, die Altersvorsorge auf einen Schlag bis in alle Ewigkeit zu sichern, ist angesichts der rasanten Veränderungen unserer Gesellschaft und Wirtschaft unrealistisch. Umso wichtiger ist, dass nun dieser erste Schritt in die Zukunft gelingt. Denn ohne die Einsparungen und Einnahmen aus dem jetzigen Reformpaket drohen der AHV sehr bald hohe Defizite. In einer späteren Reform müsste deshalb nicht nur das finanzielle Gleichgewicht gewahrt, sondern auch die Defizite beseitigt werden. Dies würde unweigerlich zu massiven Einschnitten bei den AHV-Renten führen, wovon gerade Personen mit tiefen Einkommen stark betroffen wären (siehe Diagramm oben). Mit der Altersvorsorge 2020 steht hingegen wieder genug Zeit zur Verfügung, um die nächsten Reformen der Altersvorsorge mit der nötigen Ruhe anzugehen.

Fazit: Die Reform der Altersvorsorge und die damit verbundene Erhöhung der Mehrwertsteuer verdienen Unterstützung. Für Caritas Schweiz ist entscheidend, dass die Reform das heutige Rentenniveau sichert und die langjährige Reformblockade in der Altersvorsorge durchbricht. Beide Faktoren sind auch gerade für Personen mit tiefen Einkommen von grosser Bedeutung.

 

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