Caritas-Markt erfüllt wichtige Funktion in der Krise 

Jederzeit gesund und günstig einkaufen - Mediendienst 10/2020

Selbst wenn man jeden Rappen zweimal umdrehen muss, kann man im Caritas-Markt günstig und gesund einkaufen. Sozialunternehmen bilden oft die Brücke zur nachhaltigen Erwerbsintegration. Die kontinuierliche Verbesserung des Angebots der Caritas-Märkte ist Caritas Schweiz und den Regionalen Caritas-Organisationen ein wichtiges Anliegen. 

Wie sehr die Gesellschaft sie braucht und wie viel sie im Kampf gegen die Armut bewirken, das stellten die Caritas-Märkte in der Schweiz gerade auf dem Höhepunkt der Corona-Krise wieder eindrücklich unter Beweis. Wenn nur irgend möglich, blieben die 21 über die gesamte Schweiz verteilten Caritas-Märkte auch während des Lockdowns geöffnet. Mitarbeitende, die Risikogruppen angehörten, wurden durch Freiwillige ersetzt. Am 1. August würdigte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ausdrücklich die wertvolle Arbeit, die in den Caritas-Märkten geleistet wurde: Als eine von knapp 30 stellvertretend für die in der Corona-Krise engagierten Personen wurde Riza Nkosi, Leiter des Caritas-Markts Yverdon-les-Bains, geehrt dafür, dass er mit einem reduzierten Team den Bedürfnissen der in den Laden strömenden Kundinnen und Kunden gerecht werden konnte. 

Während des Lockdowns war das Einkaufsverhalten stark regional geprägt. In manchen Regionen schnellte die Zahl der Kundinnen und Kunden in den Märkten in die Höhe, in anderen Regionen gingen die Menschen aus Angst vor dem Virus seltener einkaufen, kauften dann aber dementsprechend grössere Mengen. In den Märkten, die auch während des Lockdowns uneingeschränkt geöffnet blieben, stieg der Umsatz trotz um 7% günstigerer Preise im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10%. In den Märkten, die aufgrund der Pandemie ihre Öffnungszeiten einschränkten mussten, lag der Durchschnittsbetrag eines Einkaufes rund 25% höher. Über 40 000 von der Glückskette finanzierte Einkaufsgutscheine wurden an bedürftige Personen abgegeben. Und weiterhin geben die Caritas-Märkte an alle Kundinnen und Kunden bei jedem Besuch eine kostenlose Maske ab. 50 Masken im Paket kosten im Caritas-Markt 12,50 Franken. Man müsste lange suchen, um im Schweizer Detailhandel einen niedrigeren Preis zu finden – wenn überhaupt. 

Politisches Engagement für den Caritas-Markt

Schon sehr schnell nach dem Lockdown wurden politische Stimmen laut – wie zum Beispiel die der SP Aigle (VD) –, die einen Caritas-Markt für ihre Gemeinde forderte, um auch Bedürftigen Zugang zu guten Lebensmittelprodukten und gesunder Ernährung zu ermöglichen. Als Caritas Waadt sich im Frühjahr 2019 gezwungen sah, den Betrieb ihres mobilen Caritas-Markts aufgrund der zu hohen Kosten einzustellen, appellierte ein Parlamentarier des Kantonsparlaments an den Regierungsrat, eine Lösung zu finden, um diesen Service aufrechtzuerhalten. Trotz aller Effizienz: Einen Caritas-Markt zu eröffnen und zu betreiben, macht man nicht einfach mal so nebenbei. 

Notwendige Rahmenbedingungen

«Drei Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein», erklärt Pierre-Alain Praz, Geschäftsstellenleiter von Caritas Waadt und Vizepräsident des Verwaltungsrats der Genossenschaft Caritas-Markt. «Eine Region mit einer ausreichenden Zahl an Anspruchsberechtigten, Erwerbsintegrationsprogramme und Freiwillige zur Senkung der Betriebskosten.»

Drei Caritas-Märkte gibt es aktuell im Kanton Waadt, die Eröffnung eines vierten Marktes ist für 2021 geplant. Auch wenn sich die Caritas-Märkte zum Grossteil über den Produktverkauf finanzieren, so erzielt doch kein Markt Gewinne. Das Angebot an Früchten und frischem Gemüse wird über einen grossen Beitrag der SV-Stiftung finanziert. Auch andere Partner leisten Unterstützung und ermöglichen damit den Verkauf von Qualitätsprodukten zu sehr günstigen Preisen. In Biel wurde im Januar 2020 die Eröffnung eines Caritas-Marktes durch eine grosse finanzielle Unterstützung der Kirchen möglich. Freiburg plant die Eröffnung eines Marktes für das nächste Jahr. 

«Unsere Kundinnen und Kunden können auf uns zählen und das ganze Jahr über gesund einkaufen», freut sich Pierre-Alain Praz und fügt hinzu: «Jeder Markt wird mit zwischen 50 000 bis 80 000 Franken jährlich subventioniert». Insbesondere für die kleineren Caritas-Organisationen ist dies ein durchaus beachtliches finanzielles Risiko. Der Geschäftsleiter von Caritas Waadt unterstreicht auch die soziale Dimension der Märkte im Hinblick auf die Erwerbsintegrationsprogramme für Jugendliche und die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt von älteren Menschen. «Wir werden kontinuierlich bekannter, moderner, attraktiver und sind allzeit offen für den Wandel», so die positive Bilanz von Thomas Künzler, Direktor der Genossenschaft Caritas-Markt, die derzeit rund 1000 Qualitätsprodukte zu günstigen Preisen im Sortiment hat.

Bild: Caritas-Markt, (c) Corinne Sägesser
 

Was wir tun: Caritas-Markt

 

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