Alle wollen nach Europa. Brauchen wir mehr Grenzschutz und Abschreckung?

Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungszusammenarbeit - Mediendienst 10/2019

Zunächst einmal ist es falsch zu behaupten, alle wollten nach Europa. Die überwiegende Mehrheit der Menschen im Globalen Süden migriert im eigenen Land oder in die umliegenden Länder in der Region.

Menschen möchten dort leben, wo ihre Nächsten sind, ihre Familien und ihre Freunde. Sie möchten dort leben, wo sie das Leben verstehen.

Die Politik muss dafür sorgen, dass Menschen in ihrer Heimat in Würde und unter Achtung ihrer Menschenrechte leben können. Gelingt dies nicht, erwächst der Entwicklungszusammenarbeit eine wichtige Rolle – um die schlimmste Not zu lindern und Lebensperspektiven vor Ort zu ermöglichen.

Wir müssen keine Mauern bauen und Grenzen befestigen, sondern die Zwänger beseitigen, die Menschen zur Migration veranlassen. Zu diesen Bedingungen gehören nicht nur Gewalt und Unterdrückung, sondern auch bittere Armut und fehlende Perspektiven.

Fördern wir mit Entwicklungshilfe noch mehr Migration?

Steigt in einem Land das durchschnittliche Einkommen der Menschen, nimmt die Migration in vielen Fällen zunächst zu. Daraus wird zuweilen die Vermutung abgeleitet, Entwicklungszusammenarbeit sei verantwortlich für mehr Migration.

Diese Schlussfolgerung ist zu einfach. Die Ursachen von Migration sind vielfältig und lassen sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt: Von einem Wirtschaftswachstum in aufstrebenden Entwicklungsländern profitiert die breite Bevölkerung oft nur ungenügend. Die Ungleichheit verstärkt sich. Soziale Konflikte und politische Unruhen sind die Folge.

Gute Entwicklungszusammenarbeit zielt nicht alleine auf positive Einkommenseffekte, sondern auch auf Entwicklungen im Gesundheits- und Bildungsbereich oder auf mehr Gleichstellung von Frau und Mann. Dadurch verbessert sich die Lebenssituation vor Ort insgesamt. Dies reduziert den Druck, die Heimat zu verlassen.

Aus: «Müssen wir überall helfen?», Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungszusammenarbeit. Diese Publikation der Caritas Schweiz findet sich auf

www.caritas.ch/eza oder kann gratis bestellt werden unter infonot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

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