Immer mehr Menschen fliehen vor den Kämpfen in Syrien und sind auf Hilfe angewiesen. Caritas Schweiz leistet Überlebenshilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon, in Jordanien, in Syrien und in der Türkei mit einem Beitrag von über 5 Millionen Franken.
Internationaler Caritas-Kongress "Zukunft ohne Hunger"
04.06.2012 - Über 35 internationale Experten aus Wirtschaft, Politik und der Zivilgesellschaft und etwa 700 Teilnehmende haben vergangenes Wochenende in Wien dem Thema Hunger und Ernährungssicherheit gewidmet. Dabei wurden konkrete Forderungen formuliert.
Knapp vier Jahre bleiben noch, um das UN-Milleniumsentwicklungsziel Nummer 1, die Halbierung des weltweiten Hungers, zu erreichen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass dieses Ziel erreicht wird: Seit 1990 konnte der weltweite Hunger nur um ein Fünftel reduziert werden. Heute hungern weltweit immer noch 925 Millionen Menschen – also jeder Siebte auf dem Planeten. Alle 12 Sekunden stirbt zudem ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Dabei leben 70 Prozent der hungernden Menschen in ländlichen Gebieten – doch es fehlt ihnen an notwendigen Ressourcen, um sich von ihrer Arbeit in der Landwirtschaft ernähren zu können.
Anlässlich der bevorstehenden Konferenz „Rio+20“ hat Caritas Internationalis einen internationalen Kongress mit dem Titel „Zukunft ohne Hunger“ in Wien einberufen, an dem namhafte Experten aus 20 Ländern teilgenommen und über die vielfältigen Gründe des weltweiten Hungers und mögliche Lösungsansätze debattiert haben. „Hunger ist eine chronische Megakatastrophe. Die internationale Staatengemeinschaft und jede und jeder Einzelne dürfen diesen weltweit grössten Skandal nicht tatenlos hinnehmen“, kommentierte Franz Küberl, Präsident der Caritas Österreich das tägliche Drama von knapp einer Milliarde Menschen. Support erhielt er von zahlreichen Experten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. „Hunger ist ein Schmutzfleck an der Humanität“, sagte Kardinal Oscar Andrés Rodriguez Maradiaga, der den Hunger zu einer ethischen Frage machte, während Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenschutz, die Folgen der Unterernährung nannte und eine veränderte Politik der EU im Kampf gegen den Hunger erklärte. In anschliessenden Podiumsgesprächen setzten sich die Experten und das Publikum mit den einzelnen Ursachen und Konsequenzen des Hungers auseinander: dem heutigen Agrarhandel und Spekulationen, mit den fehlenden Frauenrechten, mit bewaffneten Konflikten, dem Klimawandel sowie mit Vertreibungen und dem Pflanzenanbau für Agrartreibstoffe.
Auf dieser Basis entwickelte Caritas Internationalis ihre Forderungen zur Hungerbekämpfung, zu welchen unter anderem gehören:
Die Notwendigkeit der Investitionen in die Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Gebiete
Schutz und Unterstützung für Kleinbauer
Unterstützung für Nahrungsmittelproduktion und -vertrieb, um sie besser an das veränderte Klima anzupassen
Verbindliche Klimaschutz-Abkommen
Regulierung der Agrarmärkte, um Spekulationen zu verhindern